Prognosebericht
Einige der im zusammengefassten Lagebericht enthaltenen Angaben, einschließlich der Aussagen zu künftigen Umsätzen, Kosten und Investitionsausgaben sowie zu möglichen Veränderungen in der Branche oder zu Wettbewerbsbedingungen und zur Finanzlage, enthalten zukunftsbezogene Aussagen. Diese wurden auf der Grundlage von Erwartungen und Einschätzungen des Vorstands über künftige, den Konzern möglicherweise betreffende Ereignisse und auf Basis unserer Mittelfristplanung formuliert. Solche in die Zukunft gerichteten Aussagen unterliegen naturgemäß Risiken, Ungewissheiten, Annahmen und anderen Faktoren, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse einschließlich der Finanzlage und der Profitabilität von Fresenius wesentlich von denjenigen abweichen – in positiver wie in negativer Hinsicht –, die in diesen Aussagen ausdrücklich oder implizit angenommen oder beschrieben werden. Informationen hierzu finden Sie auch im Kapitel Chancen- und Risikobericht.
Gesamtaussage und mittelfristiger Ausblick
In einem nach wie vor volatilen gesamtwirtschaftlichen Umfeld beurteilt der Vorstand zum Zeitpunkt der Erstellung des zusammengefassten Lageberichts die Geschäftsaussichten des Fresenius-Konzerns weiterhin als positiv. Nach wie vor sehen wir weltweit eine stetig wachsende Nachfrage nach unseren Produkten, Dienstleistungen und Therapien.
Wir arbeiten fortwährend daran, unsere Kosten zu optimieren, unsere Kapazitäten anzupassen, unseren Produktmix zu verbessern sowie unser Produkt- und Dienstleistungsgeschäft auszubauen. Dazu gehören Pläne für eine kosteneffiziente Produktion und einen weiter optimierten Beschaffungsprozess. Darüber hinaus können wir digitale Technologien nutzen, um zentrale Verwaltungsprozesse zu beschleunigen und effizienter zu gestalten. Ferner besteht so die Möglichkeit, die medizinische Qualität voranzutreiben und den Patientennutzen zu erhöhen.
Fresenius sieht sehr gute Chancen, dem wachsenden Bedarf an Gesundheitsleistungen gerecht zu werden, der sich aus der alternden Bevölkerung mit ihrem steigenden Bedarf an umfassender Versorgung und dem technischen Fortschritt weltweit ergibt. Fresenius geht davon aus, dass sich der Zugang zur Gesundheitsversorgung in den Entwicklungs- und Schwellenländern weiter verbessern wird und dass sich im Laufe der Zeit effiziente Gesundheitssysteme mit angemessenen Vergütungsstrukturen entwickeln werden. Wir werden unsere Aktivitäten und Wachstumsoptionen in den globalen Regionen kontinuierlich überprüfen und optimieren und nach Möglichkeiten suchen, weitere Produkte aus unserem Portfolio in attraktiven Märkten einzuführen, die profitables Wachstum ermöglichen.
Die mittelfristigen Geschäftsaussichten für die Operating Companies von Fresenius werden von folgenden Faktoren bestimmt:
Fresenius Kabi steht für Innovation, Zuverlässigkeit und Qualität in der Gesundheitsversorgung und damit für die Verbesserung der Lebensqualität von schwer und chronisch kranken Menschen. Auf dieser Grundlage werden wir unsere globale Führungsposition in unseren vier Geschäftsbereichen Pharma, Nutrition, MedTech und Biopharma stärken und ausbauen. Im Bereich Pharma wollen wir unsere Position als weltweite Nummer eins bei generischen I.V.-Arzneimitteln und unsere führende Position auf dem Markt für I.V.-Flüssigkeiten stärken, indem wir ein starkes Portfolio an I.V.-Arzneimitteln in zukunftsrelevanten Therapiebereichen sowie an wichtigen I.V.- und Spülflüssigkeiten entwickeln, das sich durch exzellente Handhabung, Kosteneffizienz und zuverlässige Lieferung auszeichnet. Im Bereich Nutrition streben wir an, der führende Anbieter von klinischer Ernährung zu werden, indem wir die Behandlung von Patientinnen und Patienten durch essenzielle, innovative und krankheitsspezifische Ernährungsprodukte sowohl für die parenterale als auch für die enterale Ernährung unterstützen. Im Bereich Biopharma wollen wir durch die Entwicklung hin zu einem vollständig integrierten Anbieter von Biosimilars, der ein Portfolio an hochwertigen und erschwinglichen Biosimilar-Produkten entwickelt, herstellt und vermarktet, in die Liga der weltweit führenden Akteure im Biosimilar-Bereich aufsteigen. Da immer mehr Original-Biologika ihren Exklusivitätsstatus verlieren werden, wird dieser Markt auch in den kommenden Jahren großes Potenzial bieten. Für unser MedTech-Geschäft streben wir an, durch die Bereitstellung überlegener, innovativer Technologien und differenzierter Lösungen im Bereich Infusions- und Ernährungssysteme sowie bei Transfusionsmedizin und Zelltherapien zu einem führenden Global Player zu werden. Nach den Reset- und Revitalize-Phasen sind wir nun in die dritte Phase unseres Transformationsprozesses #FutureFresenius eingetreten – die Rejuvenate-Phase. Für Fresenius Kabi bedeutet das, dass wir eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung in unserem Unternehmensbereich verankern („Upgrade Core“ = Stärkung der Kerngeschäfte), unser Portfolio durch Innovationen weiterentwickeln und es kontinuierlich ausweiten („Scale Platforms“ = Skalierung der Plattformen) und die Art und Weise verbessern, wie wir die Erwartungen von Patientinnen und Patienten sowie Kundinnen und Kunden erfüllen („Elevate Performance“ = Steigerung der Performance).
Fresenius Helios betreibt in Deutschland und Spanien nahezu flächendeckende Krankenhausnetzwerke und versorgt die Patientinnen und Patienten in verschiedenen Einrichtungen ambulant. Die Patientenversorgung soll durch den Austausch von Wissen und Erfahrungen (Best Practice) zwischen Helios Deutschland und Helios Spanien weiter verbessert werden. Die steigende Zahl privat versicherter Patientinnen und Patienten eröffnet Wachstumschancen für Helios Spanien, wobei eine sehr bewusste und zielgerichtete Kapitalallokation für zukünftige Erweiterungen und den Bau von Krankenhäusern vorgesehen ist. Darüber hinaus bietet die enge Verzahnung von Helios Spaniens Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement mit den eigenen Krankenhäusern zusätzliche Wachstumschancen. Neben innovativen Therapien schafft die Digitalisierung Potenziale, um unsere Marktposition weiter auszubauen. Helios Deutschland und Helios Spanien entwickeln innovative Geschäftsfelder wie beispielsweise digitale Angebote.
Gesundheitssektor und Märkte
Der Gesundheitssektor gilt als weitgehend unabhängig von konjunkturellen Schwankungen. Die Nachfrage insbesondere nach lebensrettenden und lebenserhaltenden Produkten und Dienstleistungen wird ungeachtet der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen weiter steigen, da sie medizinisch notwendig sind und die Gesellschaft zunehmend altert. Darüber hinaus dürften der medizinische Fortschritt und die große Zahl schwer oder nicht heilbarer Erkrankungen zu weiterem Wachstum beitragen.
In den Schwellenländern steigt der Bedarf an einer breiteren medizinischen Basisversorgung ebenso wie die Nachfrage nach hochwertigen Therapien. Dazu kommt: Je höher das Pro-Kopf-Einkommen und damit die Ansprüche an einen modernen Lebensstil steigen, desto häufiger treten Zivilisationskrankheiten auf.
Andererseits ist zu erwarten, dass staatliche Finanzierungsengpässe einen höheren Preisdruck erzeugen und so das Umsatzwachstum der im Gesundheitsmarkt tätigen Unternehmen verringern könnten. In einigen Ländern führt die angespannte Haushaltslage zu erheblichen Finanzierungsproblemen im Bereich der Gesundheitsversorgung. Insbesondere in den Industrieländern dürfte der Spardruck zunehmen, da die Gesundheitsausgaben einen großen Teil ihrer Staatshaushalte ausmachen.
Für Unternehmen im Gesundheitssektor wird es daher immer wichtiger, den Nutzen für die Patientinnen und Patienten zu erhöhen, die Behandlungsqualität zu verbessern und präventive Therapien anzubieten. Darüber hinaus werden jene Produkte und Therapien an Bedeutung gewinnen, die nicht nur medizinisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll sind.
Die Märkte für biopharmazeutische Arzneimittel, klinische Ernährung, MedTech, generische I.V.-Arzneimittel und I.V.-Flüssigkeiten1
Es wird prognostiziert, dass der Markt für biopharmazeutische Arzneimittel in den Therapiegebieten Onkologie, Ophthalmologie und Autoimmunerkrankungen in den kommenden Jahren im hohen einstelligen Prozentbereich wachsen wird, wobei der Biosimilar-Bereich deutlich im zweistelligen Wachstumskorridor zu verorten sein wird. Bereits heute ist mehr als jede dritte Neuzulassung von Arzneimitteln ein Biopharmazeutikum, was zu einer erheblichen Wachstumsprognose dieses weltweiten Marktes in den nächsten Jahren und Jahrzehnten, insbesondere für Biosimilars, führt.
In den Folgejahren gehen wir von einem Wachstum des Marktes für klinische Ernährung im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Dieser Ausblick wird durch das wachsende Bewusstsein für die Bedeutung einer frühzeitigen klinischen Ernährung untermauert, die in den neuesten Richtlinien hervorgehoben wird. Darüber hinaus trägt die zunehmende Einführung von obligatorischen Untersuchungen auf Mangelernährung2 zu den positiven Wachstumsaussichten bei. Wir sehen weiteres Potenzial darin, die erhebliche Anzahl unterernährter Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern und in der häuslichen Krankenpflege, die bislang keinen Zugang zu Ernährungstherapien haben, zu erreichen.
Für den Markt für MedTech Infusions- und Ernährungssysteme (INS) wird in den Folgejahren ein mittleres einstelliges Wachstum erwartet – insbesondere getrieben durch Infusionsmanagementsysteme. In vielen Ländern beobachten wir weiterhin eine starke Nachfrage im Bereich der Infusionstechnologie, angetrieben durch Faktoren wie die Zunahme chronischer Erkrankungen, die alternde Bevölkerung und die steigende Zahl chirurgischer Eingriffe. Außerdem werden die bereits in den vergangenen Jahren platzierten Infusionspumpen die Nachfrage nach dezidierten Infusionssets steigern.
Im Markt für MedTech Transfusionsmedizin und Zelltherapien (TCT) prognostizieren wir für die nahe Zukunft ein mittleres einstelliges Wachstum, das hauptsächlich von drei Bereichen getragen wird. Erstens der Bereich Zell- und Gentherapie, in dem wir ein zweistelliges Wachstum aufgrund der Verlagerung von Therapien hin zu früheren Behandlungslinien erwarten. Zweitens der Bereich Plasmasammlung und drittens der Bereich Krankenhaus, der in erster Linie von der therapeutischen Apherese angetrieben wird. Im Geschäft mit Blutzentren erwarten wir ein anhaltendes einstelliges Marktwachstum, angetrieben durch den verstärkten Einsatz von Thrombozytenapherese in Entwicklungsländern.
Für die Märkte generischer I.V.-Arzneimittel und I.V.-Flüssigkeiten prognostizieren wir ein Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich – mit erheblichen regionalen Unterschieden. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach generischen I.V.-Arzneimitteln aufgrund ihres erheblichen Kostenvorteils im Vergleich zu Originalpräparaten steigen wird. Das Wachstum wird zudem von verschiedenen Faktoren getragen, darunter die alternde Bevölkerung, die zunehmende Häufigkeit chronischer Erkrankungen sowie die wachsende Bedeutung von häuslicher Pflege und ambulanten Dienstleistungen. Auch technologische Fortschritte werden eine entscheidende Rolle spielen. Darüber hinaus fördern eine verbesserte medizinische Infrastruktur, ein erleichterter Zugang zur Gesundheitsversorgung in Schwellenländern und der Ablauf von Patenten für Originalpräparate das Wachstum des globalen Marktes für generische I.V.-Arzneimittel. Gegenläufig wirkt der Preisdruck auf patentfreie Marken und Generika, da Regulierungsbehörden versuchen, die Gesundheitsbudgets unter Kontrolle zu halten, und weil erwartet wird, dass sich die Wettbewerbsintensität weiter erhöhen wird.
Der Krankenhausmarkt3
Wir gehen davon aus, dass die Zahl der stationären Krankenhausbehandlungen in Deutschland insbesondere aufgrund einer zunehmenden Leistungserbringung im ambulanten Bereich sowie aufgrund der zunehmenden Akzeptanz und Nutzung digitaler Gesundheitsangebote tendenziell weiterhin über ein begrenztes Wachstumspotenzial verfügt.
Berechnungen zufolge liegt das Ambulantisierungspotenzial in deutschen Krankenhäusern bei rund 20 % der vollstationären Fälle (exklusive Geburten)4. Eine zunehmende Ambulantisierung ist nicht zuletzt aus Gründen des Fachkräftemangels wünschenswert. Erste Hybrid-DRGs, die Behandlungen im Krankenhaus und bei niedergelassenen Ärzten in gleicher Höhe vergüten, wurden im Jahr 2024 eingeführt. Diese Leistungen werden im Jahr 2026 deutlich ausgeweitet und umfassen auch Fälle mit einer Verweildauer von bis zu zwei Tagen.
Daneben soll durch eine stärkere Verzahnung der stationären und ambulanten Medizin eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige Krankenhausversorgung gewährleistet werden. Helios ist im Hinblick auf die sektorenübergreifende Medizin in Deutschland mit seinem breiten Angebot im stationären wie auch im ambulanten Bereich gut positioniert.
Für deutsche Krankenhäuser hält auch das Jahr 2026 Herausforderungen bereit: Nach dem Krankenhaus Barometer 2025 des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) rechnen 13 % der Kliniken mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation (2025: 6 %). Demgegenüber stehen 44 % der Häuser, die eine Verschlechterung ihrer finanziellen Lage erwarten (2025: 65 %).
Helios erwartet auch im Jahr 2026 in Deutschland profitabel wachsen zu können. Das Unternehmen setzt seit seiner Gründung auf gute Organisation, Kosteneffizienz und messbare hohe medizinische Qualität sowie Transparenz der medizinischen Ergebnisse.
Im Januar 2025 ist die Krankenhausstrukturreform (KHVVG – Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz) in Kraft getreten. Ziel ist es, durch die Neuordnung der Krankenhausstrukturen und ‑vergütung die stationäre Versorgung in Deutschland zukunftsfähig zu machen.
Die qualitätsorientierte Bündelung von Versorgungskapazitäten soll mit der Reform vorangetrieben und der im internationalen Vergleich geringe Ambulantisierungsgrad erhöht werden. Die Umsetzung der Reform ist auf mehrere Jahre ausgelegt. Für die Jahre 2026 und 2027 gilt eine budgetneutrale Übergangsphase. Ab 2028 wird die Vorhaltefinanzierung sukzessive an die zugewiesenen Leistungsgruppen angepasst. Ab 2030 ist die vollständige Wirkung vorgesehen.
Helios Deutschland sieht sich bei der bevorstehenden Reform gut positioniert und setzt strategisch schon seit vielen Jahren auf Strukturveränderungen, neue Versorgungsformen und regionale Gesundheitsnetzwerke (Cluster). Helios erwartet, dass die Krankenhausstrukturreform sich für das Unternehmen im Ergebnis eher vorteilhaft als nachteilig darstellen wird.
Im Rahmen des Gesetzes zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (BEEP) wurde im Dezember 2025 festgelegt, dass für die Vereinbarung des Landesbasisfallwerts für das Jahr 2027 der Landesbasisfallwert für das Jahr 2026 um 1,14 % erhöht wird. Für den Anstieg in der Vergütung von Krankenhausleistungen ist in Deutschland u. a. der sogenannte Veränderungswert maßgebend. Er beläuft sich für 2026 auf 2,98 %. Zudem sieht das Krankenhausfinanzierungssystem verschiedene Zu- und Abschläge für Akutkrankenhäuser vor.
Im Zeitraum vom 1. November 2025 bis zum 31. Oktober 2026 erhalten die Krankenhäuser in Deutschland einen Rechnungszuschlag in Höhe von 3,25 % auf die Kosten einer voll- oder teilstationären Krankenhausbehandlung gesetzlich versicherter Patientinnen und Patienten. Der finanzielle Effekt für 2026 beträgt damit 2,71 % der vorgenannten Behandlungen.
Die Bundesregierung begründet den Rechnungszuschlag als Sofortmaßnahme zur Stabilisierung der Krankenhausfinanzen vor dem Hintergrund hoher Inflationskosten und Transformationsausgaben der Krankenhausreform.
Der private Krankenhausmarkt in Spanien wird nach unseren Erwartungen im Jahr 2026 gemessen am Umsatz im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Der private Krankenversicherungsmarkt in Spanien wächst, insbesondere bei höherverdienenden Personen und denen, die auf kürzere Wartezeiten Wert legen5. Die weiterhin steigende Anzahl privat Versicherter sollte den privaten Betreibern auch zukünftig Wachstumschancen eröffnen.
Wichtige Kennzahlen, beispielsweise landesweite Gesundheitsausgaben und Bettendichte, lassen weiteres Marktentwicklungspotenzial des spanischen Gesundheitssystems im Vergleich zu anderen EU-Ländern erkennen. Daraus ergeben sich auch Möglichkeiten für Klinikneugründungen. Investiert wird sowohl von der öffentlichen Hand als auch durch private Krankenhausbetreiber5.
Daneben bietet der stark fragmentierte spanische private Krankenhausmarkt weiteres Konsolidierungspotenzial.
In den kommenden Jahren wird sich die Verfügbarkeit von Fachkräften weiter verändern. Es ist zu erwarten, dass mehr Menschen aus dem Berufsleben ausscheiden, als neue eintreten. Dies wird auch zu einem Wandel in den Krankenhäusern führen, der darauf abzielt, die vorhandenen Ressourcen effizient und wirkungsvoll zu nutzen. Digitalisierung, Robotik und innovative Formen der Zusammenarbeit bieten mögliche Lösungsansätze, um diese Herausforderung zu meistern.
Auch deshalb ist zu erwarten, dass der Trend zur Digitalisierung des Gesundheitswesens weiter an Bedeutung gewinnen wird. Zentral für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit eines Krankenhauses wird zunehmend der Grad der Digitalisierung sein. Durch Vernetzung und den Einsatz digitaler Lösungen eröffnen sich neue Möglichkeiten, Prozesse effizienter und sicherer zu gestalten und somit neue Wege in der Patientenversorgung zu beschreiten. Digitalisierung trägt maßgeblich dazu bei, auf anstehende Veränderungen agil reagieren zu können.
Umsatz und Ergebnis des Konzerns
Das Unternehmen ist sich bewusst, dass die vorherrschenden Trends eines sich schnell verändernden makroökonomischen und geopolitischen Umfelds anhalten, was zu einer erhöhten Volatilität und einer größeren operativen Unsicherheit führt. Die Prognose berücksichtigt keine potenziellen Extremszenarien, die sich auf das Unternehmen, seine Mitbewerber und den Gesundheitssektor insgesamt auswirken könnten. Mögliche Auswirkungen des Urteils des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten vom 20. Februar 2026 werden derzeit geprüft, können jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht vollständig abgeschätzt werden und sind daher in den Prognosen für das Geschäftsjahr 2026 nicht berücksichtigt.
Unbenommen dessen beurteilt der Vorstand die Geschäftsaussichten für den Konzern als positiv und erwartet ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2026.
Mögliche Auswirkungen erhöhter Volatilität und eingeschränkter Visibilität auf Geschäftsentwicklung und Bilanz wird Fresenius weiterhin genau beobachten.
Alle Annahmen sind mit erheblicher Unsicherheit behaftet.
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Ziele 2026 |
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Basis 2025 |
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Umsatz, Wachstum (organisch) |
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4–7 % |
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22.554 Mio € (organisches Wachstum: 7 %) |
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Kern-Ergebnis je Aktie, Wachstum1 (währungsbereinigt) |
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5–10 % |
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2,87 € (währungsbereinigtes Wachstum: 12 %) |
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Umsatz und Ergebniserwartungen der Geschäftsbereiche
Für das Geschäftsjahr 2026 erwarten wir in den Geschäftsbereichen nachfolgende Umsatz- und Ergebnisentwicklung:
Operating Companies1 |
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Ziele 2026 |
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Basis 2025 |
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Fresenius Kabi |
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Umsatz, Wachstum (organisch) |
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Mittleres bis hohes einstelliges prozentuales Wachstum |
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8.612 Mio € |
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EBIT-Marge |
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16,5–17 % (strukturelles Margenband: 17–19 %) |
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1.413 Mio € |
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Fresenius Helios |
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Umsatz, Wachstum (organisch) |
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Mittleres einstelliges prozentuales Wachstum |
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13.550 Mio € |
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EBIT-Marge |
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10–10,5 % (strukturelles Margenband: 10–12 %) |
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1.328 Mio € |
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Erwartungen weiterer Kennzahlen
Aufwendungen
Für das Geschäftsjahr 2026 erwarten wir, dass der Anteil der Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten (vor Sondereinflüssen) am Konzernumsatz gegenüber dem Geschäftsjahr 2025 leicht steigt (2025: 11,6 %).
Steuerrate
Für das Geschäftsjahr 2026 erwarten wir, dass die Steuerquote zwischen 24 % und 25 % betragen wird (2025: 25,6 %).
Profitabililät, Liquidität und Kapitalmanagement
Indikation zur EBIT-Marge (vor Sondereinflüssen): Für das Geschäftsjahr 2026 wird eine EBIT-Marge von ~11,5 % erwartet. Diese Kennzahl (EBIT-Marge) wird ausschließlich nachrichtlich bzw. zu Modellierungszwecken bereitgestellt. Sie ist nicht Bestandteil des offiziellen Ausblicks.
Für das Geschäftsjahr 2026 erwarten wir eine Cash Conversion Rate leicht unter 1,0.
Darüber hinaus verfügen wir über einen angemessenen Finanzierungsspielraum mit umfangreichen freien Kreditlinien aus syndizierten oder bilateral mit Banken vereinbarten Kreditlinien.
Die geplanten Finanzierungsaktivitäten im Jahr 2026 werden im Wesentlichen auf die Refinanzierung bestehender Finanzverbindlichkeiten ausgerichtet sein, die im Jahr 2026 sowie im 1. Quartal 2027 fällig werden.
Für das Geschäftsjahr 2026 erwarten wir, dass die Zinsaufwendungen etwa auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2025 bleiben werden (2025: 324 Mio €).
Ohne weitere Akquisitionen und Desinvestitionen rechnet Fresenius damit, dass der Verschuldungsgrad gemessen an der Kennziffer Netto‑Finanzverbindlichkeiten / EBITDA6 zum Jahresende 2026 innerhalb des selbst gesetzten Zielkorridors von 2,5 × bis 3,0 × liegen wird (31. Dezember 2025: 2,7 ×6).
Für das Geschäftsjahr 2026 sind keine wesentlichen Änderungen in der Finanzierungsstrategie geplant. Die Einhaltung des selbstgesetzten Zielkorridors für den Verschuldungsgrad wird weiterhin von zentraler Bedeutung für uns sein.
Investitionen
Wir planen, im Geschäftsjahr 2026 rund 5,5 % des Umsatzes in Sachanlagen zu investieren. Rund 54 % der vorgesehenen Investitionen entfallen auf Fresenius Helios und rund 39 % auf Fresenius Kabi.
Fresenius Helios wird primär in Maßnahmen an den einzelnen Klinikstandorten in Deutschland sowie in Krankenhausneubauten und ‑erweiterungen in Spanien investieren.
Fresenius Kabi wird im Wesentlichen Erweiterungs- und Erhaltungsinvestitionen tätigen. Hierzu gehören insbesondere der Ausbau von Fertigungsstätten sowie Einlizenzierungsprojekte für Biosimilars-Moleküle.
Mit einem Anteil von rund 86 % ist Europa im Planungszeitraum regionaler Investitionsschwerpunkt. Rund 6 % der Investitionen sollen in Nordamerika und rund 8 % in Asien, Lateinamerika und Afrika getätigt werden. Rund 39 % der Gesamtsumme sind für Investitionen in Deutschland vorgesehen.
Wir gehen davon aus, dass die Rendite auf das investierte Kapital (ROIC) im Geschäftsjahr 2026 über 6,5 % liegen wird (2025: 6,6 %).
Kapitalstruktur
Für das Geschäftsjahr 2026 erwarten wir, dass die Eigenkapitalquote rund 1 Prozentpunkt über dem Vorjahr liegen wird (2025: 48 %). Darüber hinaus wird erwartet, dass die Finanzverbindlichkeiten in Relation zur Bilanzsumme gegenüber dem Geschäftsjahr 2025 leicht zurückgehen werden (2025: 29 %).
Dividende
Fresenius hat sich im Fresenius Financial Framework zum Ziel gesetzt, attraktive und vorhersehbare Dividendenrenditen zu generieren. Im Rahmen der Gesamtjahresberichterstattung im Februar 2025 hat Fresenius eine neue Dividendenpolitik definiert. Unser Ziel ist die Ausschüttung zwischen 30 und 40 % des Core Net Income (Konzernergebnis ohne Fresenius Medical Care, vor Sondereinflüssen). Die neue Dividendenpolitik spiegelt die Prioritäten der Kapitalallokation im Einklang mit der #FutureFresenius-Strategie wider. Ferner unterstreicht dies unsere Absicht, in Wachstum zu reinvestieren, den Verschuldungsgrad zu senken, ein solides Investment-Grade-Rating aufrechtzuerhalten und eine attraktive Aktionärsvergütung zu bieten.
Fresenius wird der Hauptversammlung 2026 vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividende von 1,05 € auszuschütten. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von rund 37 %.
Nichtfinanzielle Ziele
Die KPIs decken die wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen medizinische Qualität und Beschäftigte ab und diese quantitativen ESG-KPIs sind in der kurzfristigen variablen Vorstandsvergütung (Short-term Incentive – STI) reflektiert.
Das Thema Beschäftigte wird mit der Kennzahl Employee Engagement Index (EEI) für den Fresenius-Konzern gemessen. Fresenius strebt einen EEI von 4,12 (erreicht 2025: 4,14) für das Geschäftsjahr 2026 an (entspricht 100 % Zielerreichung).
Das Thema medizinische Qualität setzt sich aus gleich gewichteten Kennzahlen zusammen, die auf Unternehmensbereichsebene festgelegt sind. Die Kennzahlen orientieren sich an der jeweiligen Wesentlichkeit für das Geschäftsmodell.
Fresenius Kabi strebt einen Audit & Inspection Score von höchstens 2,3 (erreicht 2025: 0,9) an (100 % Zielerreichung).
Helios Deutschland möchte einen Inpatient Quality Indicator (G-IQI) Score von mindestens 88 % (erreicht 2025: 91,9 %) erreichen (100 % Zielerreichung), für Helios Spanien ist ein Wert von mindestens 75 % (erreicht 2025: 77,4 %) festgelegt (100 % Zielerreichung).
1 Marktdaten beziehen sich auf die für Fresenius Kabi relevanten Märkte. Sie unterliegen zudem jährlichen Schwankungen, u. a. aufgrund von Veränderungen der Währungsrelationen und von Patentabläufen der Originalpräparate im Markt der I.V.-Arzneimittel. Steigerungsraten beziehen sich auf den Marktgesamtwert (Preis × Volumen).
2 Quelle: New ESPEN guideline on clinical nutrition and hydration in geriatrics. Clin Nutr. 2022 41:958-989; by Volkert D, Beck AM, Cederholm T, Cruz-Jentoft A, Goisser S, Hooper L, et al.; latest implemented e.g., in Portugal: “National Policy for effective screening implementation”; Directorate General of Health DGS.
3 Quellen: eigene Erhebung; Deutsches Krankenhausinstitut (DKI), Krankenhaus Barometer 2025
4 Versorgungskompass BARMER Institut für Gesundheitssystemforschung (bifg, 2023a)
5 Spain Healthcare Statistics, Trends & Facts (2025)
6 Netto-Finanzverbindlichkeiten und EBITDA, jeweils zu aktuellen durchschnittlichen Wechselkursen; pro forma Akquisitionen / Desinvestitionen; vor Sondereinflüssen; inklusive Leasingverbindlichkeiten; inklusive Fresenius Medical Care Dividende; Netto-Finanzverbindlichkeiten adjustiert um den Bewertungseffekt der Umtauschanleihe
Investiertes Kapital = Bilanzsumme + kumulierte Goodwill-Abschreibung - aktive latente Steuern - flüssige Mittel - Lieferantenverbindlichkeiten - Rückstellungen (ohne Pensionsrückstellungen) - sonstige nicht verzinsliche Verbindlichkeiten.