ESRS E2 Umweltverschmutzung [E2] Umweltverschmutzung
Angabepflicht |
|
Bezeichnung mit Referenz |
|---|---|---|
E2 IRO-1 |
|
|
E2 SBM-3 |
|
|
E2-1 |
|
|
E2-2 |
|
Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung |
E2-3 |
|
|
E2-4 |
|
|
E2-5 |
|
Besorgniserregende Stoffe und besonders besorgniserregende Stoffe (nicht wesentlich) |
E2-6 |
|
Erwartete finanzielle Effekte durch wesentliche Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung (Nutzung der Phase-in-Option) |
Auswirkungen, Risiken und Chancen [E2 SBM-3] Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
Auswirkungen, Risiken und Chancen
Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse hat Fresenius wesentliche Auswirkungen im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung identifiziert:
Unter-Unterthema |
|
Art des IROs |
|
Wertschöpfungskette |
|
Zeithorizont |
|
Beschreibung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Luftverschmutzung |
||||||||
k.A. |
|
Tatsächliche negative Auswirkung |
|
Eigenes Geschäft |
|
k.A. |
|
Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen fossiler Brennstoffemissionen [#9] |
Wasserverschmutzung |
||||||||
k.A. |
|
Tatsächliche negative Auswirkung |
|
Eigenes Geschäft und nachgelagert |
|
k.A. |
|
Verunreinigung durch pharmazeutische Abwässer [#10] |
Ansatz [E2-1] Konzepte im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung
Richtlinie zum Umweltschutz
Die Richtlinie zum Umweltschutz konkretisiert die Ambitionen zum Thema Umweltverschmutzung, d. h. negative umweltbezogene Auswirkungen wie die Verschmutzung von Luft, Wasser und Boden zu vermeiden bzw. zu reduzieren. In der Richtlinie verpflichtet sich Fresenius, die jeweils gültigen Richt- und Grenzwerte an eigenen Standorten einzuhalten. Außerdem legt sie die Vorgehensweise fest, mit der Fresenius Umweltvorfällen durch etablierte, präventiv wirkende Prozesse vorbeugen will. Sollten sich dennoch solche Situationen ereignen, ergreift das Unternehmen Maßnahmen, um die negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt möglichst zu begrenzen.
Weitere Informationen zur Richtlinie zum Umweltschutz finden Sie im Themenstandard E1 Klimawandel, Abschnitt E1-2 Ansatz. Ausführungen zu Verantwortlichkeiten und Vorgaben im Vorstand sowie im Aufsichtsrat sind jeweils im Standard ESRS 2, Abschnitt GOV-1 Nachhaltigkeitsorganisation erläutert.
Weitere Konzepte im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung
Alle Standorte unterliegen den jeweiligen lokalen Vorschriften und Gesetzen. Ergänzend sind in den Operating Companies interne Richtlinien zum Umweltschutz implementiert, z. B. spezifische Regelungen zum Umgang der Beschäftigten mit Gefahrstoffen. Managementhandbücher sowie Standardverfahrensanweisungen geben die Rahmenbedingungen für lokale Umweltmanagementsysteme vor. Diese schließen gegebenenfalls detaillierte Vorgaben für die Bewertung von Umweltschutzmaßnahmen und Prozesse zur Bewertung von Umweltrisiken ein.
Weitere Ausführungen zum übergreifenden Umweltmanagement sowie den Überwachungsprozessen finden Sie ebenfalls im Themenstandard E1 Klimawandel, Abschnitt E1-2 Ansatz.
Antimicrobial Resistance Industry Alliance
Bei der Produktion von Antibiotika können Rückstände ins Abwasser gelangen. Um die negativen Auswirkungen aus dem eigenen Geschäft zu reduzieren, setzt sich Fresenius Kabi seit 2020 als Mitglied in der Antimicrobial Resistance (AMR) Industry Alliance für eine verantwortungsvolle Antibiotikaproduktion ein. Seit dem Jahr 2021 ist Fresenius Kabi zudem aktiv in den Leitungsgremien des Verbands beteiligt.
Außerdem arbeitet Fresenius Kabi an der Einführung des Common Antibiotic Manufacturing Framework (CAMF) der AMR Industry Alliance. Bereits im Jahr 2022 veröffentlichten AMR Industry Alliance, unter Beteiligung von Fresenius Kabi, und BSI Standards Limited den Antibiotic Manufacturing Standard, der Herstellern eine Anleitung für eine verantwortungsvolle Antibiotikaproduktion bietet. Ziel ist es, einerseits das Risiko der Entwicklung von Antibiotikaresistenzen zu minimieren. Andererseits sollen die schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt, die sich aus der Herstellung von Humanantibiotika ergeben, reduziert werden. Der Standard ergänzt das bereits hohe Qualitäts- und Sicherheitsmanagement an den Produktionsstandorten. Ein zentraler Bestandteil des Konzepts ist die Anwendung einer risikobasierten Methodik zur Bewertung und Kontrolle der bei der Antibiotikaherstellung anfallenden Abfallströme.
Die Implementierung sieht die Einführung einer Vorlage zur Quantifizierung der Massenbilanz durch Fresenius Kabi vor. Die Vorlage dient dazu, die Standorte, die Antibiotika produzieren, bei der Bestimmung der Antibiotikakonzentrationen im Abwasser der Produktion und bei der Durchführung von Lückenanalysen zu unterstützen. Das übergeordnete Ziel ist dabei die Angleichung an die von der AMR Industry Alliance festgelegten prognostizierten Unbedenklichkeitskonzentrationen (Predicted No-Effect Concentrations, PNEC). PNEC steht für die Konzentrationsschwelle einer Substanz in der Umwelt, unterhalb derer keine schädlichen Auswirkungen zu erwarten sind.
Im Jahr 2025 hat Fresenius Kabi an drei europäischen Produktionsstandorten AMR-Zertifikate für insgesamt vier Antibiotika erhalten. Der Zertifizierungsprozess umfasst eine unabhängige Prüfung, um zu bestätigen, dass Antibiotikarückstände in Abfallströmen während der Herstellung angemessen kontrolliert werden.
Darüber hinaus verbindet ein dezidierter Kommunikationskanal die lokalen Standorte mit dem globalen EHS-Team (Environment, Health and Safety). Mit dieser Initiative will Fresenius Kabi die kontinuierliche Anpassung an den Standard für die Herstellung von Antibiotika fördern und eine kontinuierliche Einhaltung und Verbesserung in der Zukunft gewährleisten.
Identifizierung von und Umgang mit Umweltrisiken
Die Aktivitäten und Dienstleistungen von Fresenius sind mit negativen Auswirkungen auf die Umwelt verbunden. Um diese zu verringern, müssen die Produktionsstandorte sowie die Krankenhäuser die negativen Auswirkungen identifizieren, bewerten und Maßnahmen zum Schutz der Umwelt ableiten. Diese müssen sie zudem regelmäßig auf ihre Wirksamkeit prüfen. Folgende Themen können adressiert werden:
-
Abgabe von toxischen Emissionen in die Luft, ins Wasser oder in den Boden
-
Nutzung von Rohstoffen und natürlichen Ressourcen
-
Abfall und Abwasser, Verpackungen
-
Transport sowie weitere lokale Umweltaspekte
Mittels globaler interner Audits überprüft Fresenius, ob eine ordnungsgemäße Abfallentsorgung und Verfahren zur Vermeidung toxischer Emissionen bestehen. Externe Audits greifen diese Aspekte gleichfalls auf. Außerdem identifiziert das Unternehmen so weitere Verbesserungsmöglichkeiten und entwickelt gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort geeignete Maßnahmen, um diese Potenziale zu erschließen. Die Häufigkeit der globalen internen Audits hängt von den identifizierten Abweichungen in vorherigen Audits, Umweltvorfällen, dem Zertifizierungsstatus oder der internen Bewertung des Managementsystems ab und kann zwischen einem und vier Jahren variieren.
Meldesysteme
Im Produktionsbereich ist ein Meldeprozess für Umweltvorfälle wie Verstöße gegen Umweltvorgaben, Verschmutzungen durch unkontrolliert ausgetretene Stoffe oder Beschwerden von Dritten implementiert. Die Umweltvorfälle werden intern erfasst und – abhängig von ihrer Auswirkung – in fünf Stufen kategorisiert. Die lokal Verantwortlichen berichten die Vorfälle umgehend nach Kenntnis an die für die Produktion zuständige globale EHS-Funktion. Falls erforderlich, leitet diese sie unverzüglich an die zuständigen Behörden weiter. Die Umweltvorfälle werden von der EHS-Funktion gemeinsam mit dem betroffenen Standort analysiert, um ihre Ursache zu ermitteln und weitere Vorfälle zu vermeiden. Je nach Gesetzeslage werden bei schwerwiegenden Vorfällen Analysen auch durch die zuständigen Behörden durchgeführt.
Im Krankenhausbereich gibt es einen Meldeprozess für solche Schadensereignisse, die auch eine umgehende Information der umliegenden Bevölkerung verlangen. Dazu gehören z. B. die Freisetzung von Gefahrstoffen oder Havarien in den Bereichen Energie oder Wasser. Neben der Behebung eines Vorfalls erfolgen je nach Sachlage unverzüglich eine interne und externe Kommunikation, gegebenenfalls unter Einbindung zuständiger Behörden, sowie im Anschluss eine Ursachenermittlung.
Im Berichtsjahr wurden über die Hinweisgebersysteme keine Umweltvorfälle berichtet, deren Auswirkungen wesentlich für die finanzielle Position oder Reputation des Unternehmens gewesen wären. Weiterhin wurde kein Vorfall erfasst, bei dem die jeweilige Umgebung oder die Bevölkerung durch Unterlassung unmittelbar zu Schaden kam.
Im Berichtsjahr wurden lokale Umweltvorfälle im internen Berichtssystem dokumentiert. Falls erforderlich, informiert Fresenius die zuständigen Behörden unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalls. Zudem wurden notwendige Maßnahmen ergriffen, um die Umweltauswirkungen des jeweiligen Vorfalls zu reduzieren. Fresenius hat die Umweltvorfälle darüber hinaus an den betroffenen Standorten zum Anlass für Präventivmaßnahmen wie Schulungen genommen, um zukünftige Ereignisse zu vermeiden. Kein Vorfall führte nach aktuellem Kenntnisstand des Konzerns zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung der Umwelt, der Biodiversität oder der umliegenden Bevölkerung.
Sofern vertraglich vereinbart, müssen dem Konzern auch Umweltvorfälle aus der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette gemeldet werden. Dies kann relevant sein, wenn dadurch z. B. die Qualität eines Vorprodukts beeinträchtigt sein könnte.
Maßnahmen [E2-2] Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung
Im Berichtsjahr hat Fresenius keine zentralen Vorgaben für Maßnahmen im Zusammenhang mit Mitteln für die Vermeidung von potenziellen Umweltverschmutzungen verabschiedet. Die jeweiligen Umweltmanagementsysteme geben den Rahmen für Aktivitäten auf Ebene der Operating Companies vor. Der Fokus liegt darauf, identifizierten Risiken zu begegnen sowie jeweils gültige Richtlinien und Grenzwerte einzuhalten. Weitere Informationen dazu finden Sie im nachfolgenden Abschnitt Ziele und Ambitionen.
Ziele und Ambitionen [E2-3] Ziele im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung
Fresenius verfolgt den Anspruch, negative Auswirkungen auf die Umwelt durch den direkten Geschäftsbetrieb oder auch durch nachgelagerte Aktivitäten zu vermeiden bzw. so gering wie möglich zu halten. Dazu gehört auch, die Quellen, aus denen Fresenius Wasser bezieht, oder die Systeme, in die Abwässer eingeleitet, nicht unnötig zu belasten. Schadstoffe, die in die Luft, den Boden und das Wasser abgegeben werden, gilt es zu begrenzen und unnötige Abgaben ganz zu vermeiden.
Das Ziel von Fresenius und der Operating Companies ist es daher, die jeweils gültigen Richtlinien und Grenzwerte an den Standorten einzuhalten. Hierfür wurden geeignete Kontrollen, z. B. über ein Umweltmanagementsystem (siehe Themenstandard E1 Klimawandel, Abschnitt E1-2 Ansatz), implementiert.
Die Wirksamkeit der Konzepte verfolgt Fresenius, indem festgelegte Kennzahlen erfasst und ausgewertet werden. Sobald die Schadstoffkonzentrationen die definierten Grenzwerte überschreiten, leitet der Konzern Maßnahmen ein. Informationen zu den Meldesystemen zur Erfassung von Umweltvorfällen finden Sie in diesem Themenstandard, Abschnitt E2-1 Ansatz, Meldesysteme.
Darüber hinaus gibt es kein übergeordnetes Konzernziel im Zusammenhang mit potenziellen Umweltverschmutzungen.
Kennzahlen
Verschmutzung von Luft und Wasser – Schadstoffe [E2-4] Luft- und Wasserverschmutzung
An den Produktionsstandorten erhebt Fresenius die Emissionen von Schadstoffen in die Luft und ins Wasser gemäß den regulatorischen Anforderungen. Je nach Art des jeweiligen Schadstoffs werden Messungen an Abgas- oder Abwasserpunkten nach national festgelegten Verfahren vorgenommen. Wenn eine direkte Messung aufgrund von abweichenden jährlichen Messzyklen nicht verfügbar ist, werden die Emissionen geschätzt. Die Schätzungen basieren auf Vorjahreszahlen. Unsicherheiten können durch geänderte Umweltfaktoren oder abweichende Produktionsvolumen entstehen. Berichtsrelevante Umweltvorfälle werden in den Emissionen von Schadstoffen aufgenommen. Da Schätzungen auf den Vorjahreszahlen beruhen und etwaige Umweltvorfälle mitberichtet werden, wird der Grad der Unsicherheit als gering eingeschätzt. Nach Eingang der Daten werden die bereitgestellten Eingabedaten, zunächst auf Ebene der Operating Company, dann auf Konzernebene, auf Vollständigkeit und Richtigkeit überprüft. Unstimmigkeiten werden mit den Standorten besprochen und korrigiert oder begründet. Schadstoffmessungen werden von den Standorten selbst oder von externen zertifizierten Prüfstellen durchgeführt und validiert.
in kg / Jahr |
|
2025 |
|
2024 |
||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Organischer Kohlenstoff |
|
885.207 |
|
844.147 |
||||||
|
||||||||||
An einem Standort kommt es produktionsbedingt zur Überschreitung des E-PRTR-Schwellenwerts für organischen Kohlenstoff. Daher wurde folgender Prozess festgelegt: Das Wasser wird in der lokalen Kläranlage aufbereitet, wobei das Unternehmen die Kosten dafür übernimmt. Bei der anschließenden Einleitung in die öffentliche Kanalisation liegt der Wert im zulässigen Bereich. Zwei weitere Standorte verzeichnen ebenfalls eine Überschreitung des E-PRTR-Schwellenwerts für organischen Kohlenstoff. Gemäß den lokalen Vorgaben zur Abwassereinleitung sind die erfassten Mengen jedoch zulässig. Die Standorte prüfen Optionen, um zukünftige Mengen an den Schwellenwert der E-PRTR anzugleichen.
Der Anstieg von organischem Kohlenstoff im Vergleich zum Vorjahr ist auf veränderte Produktionsvolumen zurückzuführen.
Informationen zu Luftemissionen, die im Themenstandard E1 Klimawandel berichtet werden müssen, finden Sie dort im Abschnitt Kennzahlen, E1-6 Treibhausgasemissionen.