Finanzlage
Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements
Die Finanzierungsstrategie von Fresenius hat folgende wesentliche Ziele:
Gewährleistung der finanziellen Flexibilität
Sicherung des Investment-Grade-Ratings
Begrenzung von Refinanzierungsrisiken
Optimierung der Kapitalkosten
Finanzielle Flexibilität zu sichern hat höchste Priorität in der Finanzierungsstrategie von Fresenius. Finanziell flexibel bleiben wir durch einen angemessenen Liquiditätsspielraum. Dabei ist unser Investment-Grade-Rating für uns von zentraler Bedeutung. Es bietet Vorteile bei den Finanzierungskosten, erleichtert den Zugang zu Fremdkapitalmärkten und trägt somit insgesamt zu einer höheren finanziellen Flexibilität bei. Unsere Finanzierungsstrategie zielt darauf ab, langfristig ein stabiles Investment-Grade-Rating sicherzustellen.
Refinanzierungsrisiken begrenzen wir durch ein ausgewogenes Fälligkeitsprofil, das durch eine breite Streuung der Laufzeiten mit einem hohen Anteil von mittel- und langfristigen Finanzierungen gekennzeichnet ist. Wir setzen bewusst verschiedene Finanzinstrumente ein, um unseren Finanzierungsmix sowie unsere Investorenbasis zu diversifizieren.
Ein weiteres wesentliches Ziel der Finanzierungsstrategie von Fresenius ist es, die Kapitalkosten zu optimieren. Dazu setzen wir ganz gezielt auf einen angemessenen Mix aus Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungen. Aufgrund der Diversifikation des Unternehmens innerhalb des Gesundheitssektors und der starken Marktpositionen der Unternehmensbereiche in globalen, wachsenden und nichtzyklischen Märkten können wir planbare und nachhaltige Cashflows erwirtschaften.
Insgesamt gab es im Geschäftsjahr 2025 keine wesentliche Änderung im Hinblick auf unsere Finanzierungsstrategie. Fresenius verfolgte eine strikte Kapitalallokation, die sich auf organisches Wachstum und den Abbau der Verschuldung konzentrierte. Dabei machte der Konzern weiterhin gute Fortschritte bei der Reduzierung des Verschuldungsgrades (Netto-Finanzverbindlichkeiten / EBITDA1). Der Verschuldungsgrad betrug zum 31. Dezember 2025 2,7 ×1 (31. Dezember 2024: 3,0 ×1) und lag damit klar innerhalb des selbst gesetzten Zielkorridors von 2,5 × bis 3,0 ×.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden langfristige Fälligkeiten in Höhe von rund 3,5 Mrd € zurückgeführt, darunter rund 1,1 Mrd €, die vor dem ursprünglich vorgesehenen Fälligkeitstermin getilgt wurden. Demgegenüber standen langfristige Finanzierungen in Höhe von rund 2 Mrd € in Form von Anleihen, einer Umtauschanleihe und einem Darlehen der Europäischen Investitionsbank.
Auch im Jahr 2026 wird die Einhaltung des selbst gesetzten Zielkorridors für den Verschuldungsgrad von zentraler Bedeutung für uns sein. Die geplanten Finanzierungsaktivitäten im Jahr 2026 werden im Wesentlichen auf die Refinanzierung bestehender Finanzverbindlichkeiten ausgerichtet sein, die im Jahr 2026 sowie im 1. Quartal 2027 fällig werden.
Der Zielkorridor von 2,5 × bis 3,0 × ermöglicht uns, finanziell flexibel zu bleiben und gleichzeitig unser solides Investment-Grade-Rating zu stärken.
Finanzierung
Fresenius deckt den Finanzierungsbedarf durch eine Kombination von operativen Cashflows, die in den Unternehmensbereichen erwirtschaftet werden, und durch die Aufnahme von kurz-, mittel- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Wichtige Instrumente sind Anleihen, Schuldscheindarlehen, Bankfinanzierungen, ein Commercial-Paper-Programm, Forderungsverkaufsprogramme sowie Leasingverbindlichkeiten. Bei der Auswahl der Finanzierungsinstrumente werden Kriterien wie Marktkapazität, Investorendiversifikation, Flexibilität bei der Inanspruchnahme, Kapitalkosten sowie das bestehende Fälligkeitsprofil berücksichtigt. Dabei beachten wir auch, in welchen Währungen unsere Erträge und Cashflows erwirtschaftet werden.
Finanzierungsmix des Fresenius-Konzerns¹
Fresenius verfolgt eine zentrale Finanzierungsstrategie. Die Unternehmensbereiche Fresenius Kabi und Fresenius Helios werden hauptsächlich durch die Fresenius SE & Co. KGaA finanziert, um strukturelle Nachrangigkeit zu vermeiden. Zur Sicherung konzerninterner Darlehen in Fremdwährung werden auf Konzernebene Währungsderivate eingesetzt.
Der Anleihemarkt ist unsere wichtigste Finanzierungsquelle für mittel- bis langfristige Finanzierungen. Die Fresenius SE & Co. KGaA verfügt über ein Anleiheemissionsprogramm (Debt-Issuance-Programm), in dessen Rahmen Anleihen in Höhe von bis zu 15 Mrd € in verschiedenen Währungen und Laufzeiten begeben werden können. Im Jahr 2025 hat die Fresenius SE & Co. KGaA erfolgreich Anleihen im Gesamtvolumen von 1 Mrd € über zwei Tranchen platziert. Zum Jahresende 2025 war das Debt-Issuance-Programm mit rund 8,3 Mrd € ausgenutzt.
Darüber hinaus hat die Fresenius SE & Co. KGaA eine Umtauschanleihe in Höhe von 600 Mio € begeben sowie ein Darlehen in Höhe von 400 Mio € von der Europäischen Investitionsbank erhalten.
Für den kurzfristigen Finanzierungsbedarf verfügt die Fresenius SE & Co. KGaA über bilaterale Kreditlinien und ein Commercial-Paper-Programm. Im Rahmen des Commercial-Paper-Programms können kurzfristige Schuldtitel von bis zu 1,5 Mrd € ausgegeben werden. Das Commercial-Paper-Programm war zum 31. Dezember 2025 in Höhe von 70 Mio € genutzt.
Die im Juli 2021 abgeschlossene syndizierte Kreditlinie mit Nachhaltigkeitsbezug über 2 Mrd € der Fresenius SE & Co. KGaA dient als zusätzliche Liquiditätsabsicherung (Back-up-Linie) und war zum 31. Dezember 2025 ungenutzt.
Die Finanzierungsaktivitäten im abgelaufenen Geschäftsjahr dienten im Wesentlichen allgemeinen Geschäftszwecken, inklusive der Refinanzierung bestehender Finanzverbindlichkeiten.
Die durchschnittliche Laufzeit der wesentlichen Finanzierungsinstrumente (ohne Leasing) lag zum 31. Dezember 2025 bei 3,4 Jahren und die durchschnittlichen Zinskosten lagen bei 2,3 %.
Detaillierte Informationen zur Finanzierung von Fresenius finden Sie in den Anmerkungen 26, Finanzverbindlichkeiten, 27, Anleihen, sowie 28, Anleihen – Umtauschanleihe, im Konzern-Anhang. Einen Ausblick auf Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2026 geben wir im Kapitel Prognosebericht.
in Mio € |
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2025 |
|
2024 |
|
2023 |
|
2022 |
|
2021 |
||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Cash Conversion Rate |
|
1,1 |
|
1,1 |
|
1,0 |
|
0,9 |
|
0,9 |
||||
Investitionen in Sachanlagen, netto |
|
813 |
|
916 |
|
1.026 |
|
1.089 |
|
2.017 |
||||
Cashflow vor Akquisitionen und Dividenden |
|
1.882 |
|
1.623 |
|
1.130 |
|
942 |
|
1.401 |
||||
in % vom Umsatz |
|
8,3 % |
|
7,5 % |
|
5,6 % |
|
4,4 % |
|
7,0 % |
||||
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Fälligkeitsstruktur der Finanzierungsinstrumente des Fresenius-Konzerns1
Rating des Unternehmens
Die Kreditwürdigkeit der Fresenius SE & Co. KGaA wird regelmäßig von den führenden Ratingagenturen Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch bewertet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 ergaben sich keine Änderungen im Unternehmensrating der Fresenius SE & Co. KGaA. Die Fresenius SE & Co. KGaA wird von allen drei Ratingagenturen mit einem Investment-Grade-Rating und einem stabilen Ausblick bewertet. Am 14. August 2025 hat Fitch das Unternehmensrating mit BBB- und den Ausblick mit stabil bestätigt.
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31.12.2025 |
|
31.12.2024 |
|---|---|---|---|---|
Standard & Poor’s |
|
|
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|
Unternehmensrating |
|
BBB |
|
BBB |
Ausblick |
|
stabil |
|
stabil |
Moody’s |
|
|
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|
Unternehmensrating |
|
Baa3 |
|
Baa3 |
Ausblick |
|
stabil |
|
stabil |
Fitch |
|
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Unternehmensrating |
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BBB- |
|
BBB- |
Ausblick |
|
stabil |
|
stabil |
Bedeutung außerbilanzieller Finanzierungsinstrumente für die Finanz- und Vermögenslage
Fresenius nutzt keine außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente, die sich gegenwärtig oder zukünftig aller Wahrscheinlichkeit nach in wesentlicher Weise auf die Finanzlage, die Ertragslage, die Liquidität, Investitionsausgaben, das Vermögen oder die Kapitalausstattung auswirken würden.
Liquiditätsanalyse
Wesentliche Quellen der Liquidität sind grundsätzlich Mittelzuflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit und Mittelzuflüsse aus Finanzierungstätigkeit. Die Mittelzuflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit werden durch die Rentabilität des Geschäfts von Fresenius und durch die Veränderung des Working Capital, insbesondere des Forderungsbestands, beeinflusst. Mittelzuflüsse aus Finanzierungstätigkeit werden durch die Nutzung verschiedener kurz-, mittel- und langfristiger Finanzierungsinstrumente generiert. Zur kurzfristigen Finanzierung begeben wir Commercial Paper und nehmen bilaterale Bankkreditlinien in Anspruch. Kurzfristiger Liquiditätsbedarf kann zudem über Forderungsverkaufsprogramme abgedeckt werden. Mittel- und langfristige Finanzierungen werden überwiegend durch Anleihen, Schuldscheindarlehen, bilaterale Bankkreditlinien und Leasingverbindlichkeiten bereitgestellt. Des Weiteren kann Fresenius als zusätzliche Liquiditätsabsicherung auf die syndizierte revolvierende Kreditlinie in Höhe von 2 Mrd € zurückgreifen. Fresenius ist davon überzeugt, dass Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit und aus kurz‑, mittel- und langfristigen Finanzierungsquellen zur Deckung des vorhersehbaren Liquiditätsbedarfs des Konzerns ausreichen werden.
Dividende
Fresenius hat sich im Fresenius Financial Framework zum Ziel gesetzt, attraktive und vorhersehbare Dividendenrenditen zu generieren. Im Rahmen der Gesamtjahresberichterstattung im Februar 2025 hat Fresenius eine neue Dividendenpolitik definiert. Unser Ziel ist die Ausschüttung zwischen 30 und 40 % des Core Net Income (Konzernergebnis ohne Fresenius Medical Care, vor Sondereinflüssen). Die neue Dividendenpolitik spiegelt die Prioritäten der Kapitalallokation im Einklang mit der #FutureFresenius-Strategie wider. Ferner unterstreicht dies unsere Absicht, in Wachstum zu reinvestieren, den Verschuldungsgrad zu senken, ein solides Investment-Grade-Rating aufrechtzuerhalten und eine attraktive Aktionärsvergütung zu bieten.
Fresenius wird der Hauptversammlung 2026 vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividende von 1,05 € auszuschütten. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von rund 37 %.
Cashflow-Analyse
Der operative Cashflow stieg um 5 % auf 2.574 Mio € (2024: 2.447 Mio €). Der operative Cashflow war im Geschäftsjahr 2025 im Wesentlichen getragen durch die gute operative Entwicklung bei Fresenius Kabi und Fresenius Helios. Die Cashflow-Marge betrug 11,4 % (2024: 11,4 %).
Der Erwerb von Sachanlagen und Investitionen führten im Saldo zu einem Netto-Mittelabfluss in Höhe von 813 Mio € (2024: -916 Mio €). Damit betrug der Cashflow vor Akquisitionen und Dividenden 1.882 Mio € (2024: 1.623 Mio €).
Der Mittelzufluss für Akquisitionen betrug netto 228 Mio €. Die Akquisitionsausgaben entfielen im Wesentlichen auf bereits eingeplante Meilensteinzahlungen im Zusammenhang mit dem Erwerb des Biosimilars-Geschäfts der Merck KGaA durch Fresenius Kabi. Mittelzuflüsse ergaben sich im Wesentlichen aus dem Verkauf von Aktien der Fresenius Medical Care.
Die Dividenden des Konzerns im Jahr 2025 beliefen sich im Saldo insgesamt auf einen Mittelabfluss in Höhe von 563 Mio € (2024 Mittelzufluss: 112 Mio €). Der Dividendenbetrag ermittelt sich wie folgt: Insgesamt gab es im Geschäftsjahr 2025 eine Dividendenausschüttung von 563 Mio € an die Aktionärinnen und Aktionäre der Fresenius SE & Co. KGaA sowie Dividenden an Dritte in Höhe von 121 Mio €. Dagegen steht die Dividende in Höhe von 121 Mio €, die die Fresenius SE & Co. KGaA als Aktionärin von Fresenius Medical Care erhalten hat.
Der Cashflow nach Akquisitionen und Dividenden (fortgeführte Aktivitäten) betrug 1.458 Mio € (2024: 1.859 Mio €).
Die Tilgung von Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen führte zu einem Mittelabfluss in Höhe von 173 Mio € (2024: -180 Mio €).
Damit betrug der Cashflow nach Akquisitionen, Dividenden und Leasingverbindlichkeiten (fortgeführte Aktivitäten) 1.285 Mio € (2024: 1.679 Mio €).
Aus der Finanzierungstätigkeit ergab sich im Geschäftsjahr 2025 ein Mittelabfluss von 1.949 Mio € (2024: -1.925 Mio €). Positiv wirkte der Anteilsverkauf an der Fresenius Medical Care.
Die flüssigen Mittel gingen damit zum 31. Dezember 2025 um insgesamt 697 Mio € zurück. Währungsumrechnungseffekte wirkten sich mit 33 Mio € negativ auf den Kassenbestand aus (2024: -2 Mio €).
Die Cash Conversion Rate (CCR), die das Verhältnis des adjustierten Free Cashflow zum EBIT vor Sondereinflüssen abbildet, betrug im Geschäftsjahr 2025 1,1 (2024: 1,1).
Das Working Capital stieg um 4 % auf 4.697 Mio € (2024: 4.514 Mio €).
in Mio € |
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2025 |
|
2024 angepasst |
|
2024 bisher |
|
Wachstum |
|
Marge 2025 |
|
Marge 2024 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Konzernergebnis nach Ertragsteuern |
|
1.606 |
|
1.152 |
|
867 |
|
39 % |
|
|
|
|
Abschreibungen |
|
1.120 |
|
1.239 |
|
1.204 |
|
-10 % |
|
|
|
|
Ertrag / Verlust aus den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen |
|
-198 |
|
-38 |
|
-38 |
|
-- |
|
|
|
|
Veränderung Working Capital und Sonstige |
|
78 |
|
120 |
|
368 |
|
-35 % |
|
|
|
|
Operativer Cashflow – fortgeführte Aktivitäten |
|
2.606 |
|
2.474 |
|
2.401 |
|
5 % |
|
|
|
|
Operativer Cashflow – nicht fortgeführte Aktivitäten |
|
-32 |
|
-27 |
|
46 |
|
-19 % |
|
|
|
|
Operativer Cashflow |
|
2.574 |
|
2.447 |
|
2.447 |
|
5 % |
|
11,4 % |
|
11,4 % |
Erwerb von Sachanlagen, Investitionen netto |
|
-813 |
|
-916 |
|
-916 |
|
11 % |
|
|
|
|
Von Fresenius Medical Care erhaltene Dividenden |
|
121 |
|
112 |
|
112 |
|
8 % |
|
|
|
|
Cashflow vor Akquisitionen und Dividenden – fortgeführte Aktivitäten |
|
1.914 |
|
1.670 |
|
1.597 |
|
15 % |
|
|
|
|
Cashflow vor Akquisitionen und Dividenden – nicht fortgeführte Aktivitäten |
|
-32 |
|
-47 |
|
26 |
|
32 % |
|
|
|
|
Cashflow vor Akquisitionen und Dividenden |
|
1.882 |
|
1.623 |
|
1.623 |
|
16 % |
|
8,3 % |
|
7,5 % |
Mittelabfluss für Akquisitionen, netto |
|
228 |
|
189 |
|
314 |
|
21 % |
|
|
|
|
Dividendenzahlungen |
|
-684 |
|
– |
|
– |
|
-- |
|
|
|
|
Free Cashflow nach Akquisitionen und Dividenden – fortgeführte Aktivitäten |
|
1.458 |
|
1.859 |
|
1.911 |
|
-22 % |
|
|
|
|
Tilgung von Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen |
|
-173 |
|
-180 |
|
-181 |
|
4 % |
|
|
|
|
Cashflow nach Akquisitionen, Dividenden und Leasingverbindlichkeiten – fortgeführte Aktivitäten |
|
1.285 |
|
1.679 |
|
1.730 |
|
-23 % |
|
|
|
|
Free Cashflow nach Akquisitionen, Dividenden und |
|
-383 |
|
37 |
|
-14 |
|
-- |
|
|
|
|
Free Cashflow nach Akquisitionen, Dividenden und Leasingverbindlichkeiten |
|
902 |
|
1.716 |
|
1.716 |
|
-47 % |
|
|
|
|
Mittelzufluss / -abfluss aus Finanzierungstätigkeit |
|
-1.949 |
|
-1.925 |
|
-1.976 |
|
-1 % |
|
|
|
|
Wechselkursbedingte Veränderung der flüssigen Mittel |
|
-33 |
|
-2 |
|
-2 |
|
-- |
|
|
|
|
Veränderung der flüssigen Mittel |
|
-697 |
|
-248 |
|
-248 |
|
-181 % |
|
|
|
|
Investitionen und Akquisitionen
Im Geschäftsjahr 2025 hat der Fresenius-Konzern 1.393 Mio € (2024: 1.035 Mio €) für Investitionen und Akquisitionen ausgegeben. Die Investitionen in Sachanlagen stiegen auf 1.001 Mio € (2024: 960 Mio €). Sie betrugen 4,4 % vom Umsatz (2024: 4,5 %) und unterschritten die Abschreibungen2 in Höhe von 1.098 Mio €. Die für Akquisitionen eingesetzten Mittel betrugen 392 Mio € (2024: 75 Mio €). Von der Gesamtinvestitionssumme entfielen im Jahr 2025 demnach 72 % auf Sachanlagen und 28 % auf Akquisitionen.
Die Akquisitionsausgaben entfielen im Wesentlichen auf bereits eingeplante Meilensteinzahlungen im Zusammenhang mit dem Erwerb des Biosimilars-Geschäfts der Merck KGaA durch Fresenius Kabi.
Investitionen nach Regionen
in Mio € |
|
2025 |
|
2024 |
|
Veränderung |
|---|---|---|---|---|---|---|
Akquisitionen |
|
392 |
|
75 |
|
423 % |
Investitionen Sachanlagen |
|
1.001 |
|
960 |
|
4 % |
davon Erhaltungsinvestitionen |
|
55 % |
|
61 % |
|
|
davon Erweiterungsinvestitionen |
|
45 % |
|
39 % |
|
|
Investitionen Sachanlagen in % vom Umsatz |
|
4,4 % |
|
4,5 % |
|
|
Investitionen und Akquisitionen gesamt |
|
1.393 |
|
1.035 |
|
35 % |
in Mio € |
|
2025 |
|
2024 |
|
Davon Sachanlagen |
|
Davon Akquisitionen |
|
Veränderung |
|
Anteil am Gesamtvolumen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Fresenius Kabi |
|
413 |
|
445 |
|
382 |
|
31 |
|
-7 % |
|
30 % |
Fresenius Helios |
|
597 |
|
524 |
|
537 |
|
60 |
|
14 % |
|
43 % |
Corporate / Sonstige |
|
383 |
|
66 |
|
82 |
|
301 |
|
480 % |
|
27 % |
Gesamt |
|
1.393 |
|
1.035 |
|
1.001 |
|
392 |
|
35 % |
|
100 % |
Fünfjahresübersicht Investitionen, Akquisitionen, operativer Cashflow und Abschreibungen in Mio €¹
Wir haben folgende wesentliche Sachanlageinvestitionen durchgeführt:
Der größte Teil der Investitionen in Sachanlagen entfiel auf den Ausbau und die Optimierung von Produktionsanlagen bei Fresenius Kabi.
Neubau und Modernisierung von Krankenhäusern bei Fresenius Helios; bedeutendste Einzelprojekte waren u. a. Einrichtungen in Wiesbaden, Duisburg, Wuppertal, Niederberg, Krefeld sowie Investitionen in die IT-Infrastruktur.
Investitionsprogramm Fresenius Kabi
Fresenius Kabi verfügt über ein weltweites Netzwerk von Produktionszentren. In unseren Werken stellen wir unsere Fertigarzneimittel und an einigen Standorten darüber hinaus pharmazeutische Wirkstoffe her. Unsere Investitionen dienen u. a. der kontinuierlichen Modernisierung und Automatisierung, wodurch die Wettbewerbsfähigkeit unserer Werke bei gleichbleibend hohem Qualitätsniveau gesteigert wird.
Nutrition-Geschäft
In China bauen wir unsere Produktionskapazitäten für Ernährungsprodukte weiter aus. Im Berichtsjahr investierten wir in eine Produktionslinie für Mehrkammerbeutel für die parenterale Ernährung. Sie wurde Ende dieses Jahres installiert.
In den Niederlanden haben wir unsere Investition in eine Produktionslinie für Trinknahrung für die enterale Ernährung in Höhe von insgesamt 36 Mio € vorangetrieben. Dieses Projekt wird wie geplant durchgeführt und bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
In Schweden wurde im 2. Quartal 2025 ein neues Projekt für eine Produktionslinie für Mehrkammerbeutel für die parenterale Ernährung mit einer Gesamtinvestitionssumme von 12 Mio € bewilligt. Das Projekt soll planmäßig bis Mitte 2027 abgeschlossen sein und wird unsere Produktionskapazität ausweiten und die Rolle der Werke in Schweden als wichtige Produktionsstandorte für parenterale Ernährung stärken.
MedTech-Geschäft
MedTech investierte im Jahr 2025 50 Mio € in Kapazitätserweiterung und Automatisierung, um die wachsende Marktnachfrage erfüllen zu können. Unsere zentrale Produktionsstätte für Einwegartikel ist unser Werk in Haina in der Dominikanischen Republik. Angetrieben von der hohen Marktnachfrage haben wir das Werk in den letzten Jahren sukzessive ausgebaut. Um der wachsenden Marktnachfrage nach Einwegprodukten nachzukommen, haben wir begonnen, unsere Produktionsstätte in den kommenden Jahren um hochautomatisierte Produktionsausstattung und Reinraumkapazitäten zu erweitern. Da hochwertige Filter ein wesentlicher Bestandteil vieler unserer Einwegprodukte sind, investieren wir in die Ausweitung unserer Filterkapazitäten, um unser Geschäftswachstum zu unterstützen.
Biopharma-Geschäft
Biopharma legt weiterhin den Schwerpunkt auf Kapazitätserweiterung und Effizienzprojekte, um die starken Wachstumsziele zu unterstützen und die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette zu gewährleisten. Die Investitionsausgaben im Jahr 2025 konzentrierten sich auf die Fertigstellung der ersten vertikal integrierten Arzneimittelproduktion in Graz (vollautomatische Verpackungslinie für Tocilizumab PFS) sowie auf die erste Anzahlung für die Erweiterung der Arzneimittelproduktionskapazitäten im Bereich Formulierung und Abfüllung in Höhe von bis zu 45 Mio € in den nächsten Jahren.
Wir investieren weiterhin in unser Portfolio, vor allem mit Investitionen zur Sicherung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit und Kostenführerschaft, vorwiegend angetrieben von Meilensteinen bei Vedolizumab und Aflibercept.
Pharma-Geschäft
In Europa bauen wir unser Produktionsnetzwerk für Infusionsflüssigkeiten kontinuierlich aus, u. a. durch die Installation von zwei neuen Hochgeschwindigkeitsproduktionslinien für Infusionsflaschen an unseren Standorten in Italien und Polen. Die Investition umfasst den gesamten Herstellungsprozess von der Formulierung bis zur Verpackung für die hocheffiziente Produktion von sterilen Infusionsflüssigkeiten in Kunststoffbehältnissen.
In Indien haben wir mit einer beträchtlichen Investition in unsere Produktionskapazitäten für Onkologieprodukte begonnen. Der Standort produziert u. a. lyophilisierte Produkte in Injektionsfläschchen für den indischen Markt sowie für Europa, Asien-Pazifik und Lateinamerika.
Desinvestitionen
Fresenius Vamed
Am 2. Mai 2024 hat der Fresenius-Konzern bekannt gegeben, dass er eine Mehrheitsbeteiligung am Reha-Geschäft der Fresenius Vamed an PAI Partners, eine international tätige Private-Equity-Firma, veräußert. Nach der Veräußerung im September 2024 behielt der Fresenius-Konzern über eine Beteiligung an der Aceso Topco 1 S.à r.l. einen Anteil von 30 % an dem Geschäft, der nach der Equity-Methode bilanziert wird. Aufgrund einer im Juni 2025 bei der Aceso Topco 1 S.à r.l. durchgeführten Kapitalerhöhung wurde der Anteil des Fresenius-Konzerns auf 23,4 % verringert. Der Geschäftsbereich, zu dem auch spezialisierte Gesundheitsdienstleistungen in den Bereichen Prävention, Akutmedizin und Pflege gehören, war der größte Geschäftsbereich von Vamed.
Am 8. Mai 2024 hat der Fresenius-Konzern bekannt gegeben, dass er einen strukturierten Ausstieg aus Fresenius Vamed eingeleitet hat. Die ursprüngliche Vereinbarung über den Verkauf der Vamed-Aktivitäten an ein österreichisches Konsortium aus den Bauunternehmen Porr und Strabag wurde abgelöst durch einen direkten Vertrag mit Porr über den Verkauf des österreichischen Projektgeschäfts sowie des Thermenbetriebs der VAMED Vitality World. Die Transaktion wurde am 31. Dezember 2025 abgeschlossen. Aus der Transaktion, einschließlich operativer Ergebnisse, ergab sich im Geschäftsjahr 2025 ein Verlust in Höhe von 48 Mio €, der im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen wird.
Über die Veräußerung des internationalen Projektgeschäfts des Bereichs Health Tech Engineering an die Worldwide Hospitals Group wurde am 31. Januar 2025 eine Vereinbarung getroffen. Die Veräußerung wurde unter Mitgabe von Liquidität bzw. künftig noch zu leistenden Zahlungsverpflichtungen am 31. März 2025 abgeschlossen. Aus der Veräußerung des internationalen Projektgeschäfts an die Worldwide Hospitals Group ergab sich, einschließlich operativer Ergebnisse, insgesamt ein negativer Sondereinfluss in Höhe von 232 Mio €, der im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen ist. Unter Berücksichtigung der bereits angefallenen Aufwendungen liegen die gesamten Sondereinflüsse für den Ausstieg aus dem internationalen Projektgeschäft im Rahmen des erwarteten hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereichs. Ferner hält der Fresenius-Konzern Bankgarantien für Erfüllungszusagen im Zusammenhang mit dem veräußerten internationalen Projektgeschäft im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.
Die zum Verkauf vorgesehenen Geschäftsbereiche der Fresenius Vamed werden in den relevanten Perioden als separate Posten (nicht fortgeführte Aktivitäten bzw. zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten) ausgewiesen.
Die übrigen Teile der österreichischen Vamed-Aktivitäten sind nach dem Abbruch der Gespräche mit Strabag im Geschäftsjahr 2025 nicht mehr als zur Veräußerung gehalten eingestuft.
Weitere Desinvestitionen
Am 4. März 2025 hat der Fresenius-Konzern die Veräußerung von 10,6 Millionen bestehenden Aktien der Fresenius Medical Care AG zu einem Platzierungspreis von 44,50 € je Aktie bekannt gegeben. Des Weiteren gab der Fresenius-Konzern die Platzierung von vorrangigen unbesicherten Anleihen mit Fälligkeit im Jahr 2028 mit einem Gesamtnennbetrag von 600 Mio € bekannt, die in Aktien der Fresenius Medical Care AG umtauschbar sind (siehe Konzernanhang Anmerkung 28, Anleihen – Umtauschanleihe). Insgesamt hat der Fresenius-Konzern einen Bruttoemissionserlös von rund 1,1 Mrd € erhalten.
Im August 2025 hat die Fresenius Medical Care AG ein Aktienrückkaufprogramm gestartet. In diesem Zusammenhang hat der Fresenius-Konzern begonnen, anteilig Aktien der Fresenius Medical Care AG zu veräußern, um die Beteiligungsquote von rund 29 % aufrechtzuerhalten. Fresenius Medical Care beabsichtigt, die zurückgekauften Aktien vornehmlich einzuziehen oder in einem erheblich geringeren Umfang im Rahmen von leistungsorientierten Vergütungsplänen zu verwenden.
Der Fresenius-Konzern hat am 8. April 2025 eine Vereinbarung zur Übertragung seines Werks in Anápolis, Brasilien, an EMS, ein multinationales Pharmaunternehmen, unterzeichnet. Nach Erteilung der behördlichen Genehmigungen wurde der Verkauf am 30. November 2025 abgeschlossen. Das Werk wurde vom 31. März 2025 bis zu dessen Veräußerung als zur Veräußerung gehalten klassifiziert.
Mit Wirkung zum 31. Dezember 2025 hat der Fresenius-Konzern die von der Fresenius Medical Care genutzten Produktionsstandorte in St. Wendel und Schweinfurt für 172 Mio € an die Fresenius Medical Care Deutschland GmbH verkauft.
Der Fresenius-Konzern hat im Geschäftsjahr 2025 Gespräche über die Veräußerung von drei Krankenhäusern in Deutschland aufgenommen. Der Abschluss der Transaktionen unterliegt den erforderlichen behördlichen Genehmigungen und wird voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten erfolgen. Die Krankenhäuser wurden zum 31. Dezember 2025 als zur Veräußerung gehalten klassifiziert.
Im Jahr 2023 hat der Fresenius-Konzern Vereinbarungen über die Veräußerungen der Eugin-Gruppe sowie der 70 %igen Beteiligung an IDCQ CRP getroffen. Die Transaktionen wurden im Geschäftsjahr 2024 abgeschlossen.
1 Netto-Finanzverbindlichkeiten und EBITDA, jeweils zu aktuellen durchschnittlichen Wechselkursen; pro forma Akquisitionen / Desinvestitionen; vor Sondereinflüssen; inklusive Leasingverbindlichkeiten; inklusive Fresenius Medical Care Dividende; Netto-Finanzverbindlichkeiten adjustiert um den Bewertungseffekt der Umtauschanleihe
2 Vor Sondereinflüssen
Details zu den Sondereinflüssen finden Sie im Kapitel Überleitungsrechnung auf das Konzernergebnis.
Das EBIT errechnet sich aus Umsatzerlösen abzüglich der Positionen Umsatzkosten, Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten sowie Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen.