ESRS E1 Klimawandel [E1] Klimawandel
Angabepflicht |
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Bezeichnung mit Referenz |
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E1 GOV-3 |
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Einbeziehung der nachhaltigkeitsbezogenen Leistung in Anreizsysteme |
E1 IRO-1 |
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E1 SBM-3 |
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E1-1 |
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E1-2 |
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Konzepte im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel |
E1-3 |
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E1-4 |
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Ziele im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel |
E1-5 |
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E1-6 |
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THG-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie THG-Gesamtemissionen |
E1-7 |
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E1-8 |
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Interne CO2-Bepreisung (nicht wesentlich) |
E1-9 |
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Erwartete finanzielle Effekte wesentlicher physischer Risiken und Übergangsrisiken sowie potenzielle klimabezogene Chancen (Nutzung der Phase-in-Option) |
Auswirkungen, Risiken und Chancen [E1 SBM-3] Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
Auswirkungen, Risiken und Chancen
Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse hat Fresenius eine wesentliche Auswirkung und wesentliche Risiken im Zusammenhang mit Klimawandel identifiziert:
Unter-Unterthema |
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Art des IROs |
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Wertschöpfungskette |
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Zeithorizont |
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Beschreibung |
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Anpassung an den Klimawandel |
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k.A. |
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Risiko |
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Eigenes Geschäft |
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Mittelfristig |
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Physische Klimarisiken im Geschäftsbetrieb [#1] |
k.A. |
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Risiko |
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Vorgelagert und nachgelagert |
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Mittelfristig |
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Physische Klimarisiken in der Lieferkette [#2] |
k.A. |
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Risiko |
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Eigenes Geschäft |
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Mittelfristig |
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Investitionsbedarf aufgrund physischer Klimarisiken [#3] |
k.A. |
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Risiko |
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Vorgelagert und nachgelagert |
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Mittelfristig |
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Höhere Beschaffungskosten aufgrund physischer Klimarisiken [#4] |
k.A. |
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Risiko |
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Vorgelagert |
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Mittelfristig |
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Klimabezogener Anpassungsdruck in der Lieferkette [#5] |
Energie / Klimaschutz |
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k.A. |
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Tatsächliche negative Auswirkung |
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Eigenes Geschäft |
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k.A. |
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Abhängigkeit von fossilen Energien im eigenen Geschäftsbetrieb [#6] |
Energie |
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k.A. |
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Risiko |
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Eigenes Geschäft |
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Mittelfristig |
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Margenrückgang aufgrund steigender Energiekosten [#7] |
k.A. |
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Risiko |
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Eigenes Geschäft |
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Mittelfristig |
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Margenrückgang aufgrund internen Kostendrucks [#8] |
Übergangsplan für den Klimaschutz [E1-1] Übergangsplan für den Klimaschutz
Übergangsplan für den Klimaschutz
Als Gesundheitskonzern ist sich Fresenius seiner Rolle in der Gesellschaft hinsichtlich des Klimaschutzes bewusst. Daher möchte Fresenius bis 2050 Netto-Null-Emissionen erreichen. Das bedeutet, dass der Konzern die Treibhausgas-(THG)-Emissionen über Scope 1 bis 3 so weit wie möglich reduziert. Die übrigen unvermeidbaren THG-Emissionen (höchstens 10 %) möchte das Unternehmen ausgleichen und wird in Zukunft dafür mögliche Maßnahmen evaluieren, wie z. B. Investitionen in Technologien zur dauerhaften Entnahme von CO2. Gleichzeitig sind die direkten Hebel beschränkt, da Anpassungen des Geschäftsmodells immer mit der Aufrechterhaltung der gesundheitlichen Versorgung von Patientinnen und Patienten im Einklang stehen müssen. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, legt Fresenius daher den Schwerpunkt auf Dekarbonisierung durch die Nutzung erneuerbarer Energien, Energieeffizienzmaßnahmen sowie Technologieumstellungen in der Produktion. Neben dem Einsatz von neuen Technologien arbeitet der Konzern eng mit Partnern in der Wertschöpfungskette zusammen, um branchen- und sektorübergreifend deren Dekarbonisierungsfortschritte zu nutzen, z. B. für Rohstoffe mit einem niedrigeren THG-Fußabdruck oder emissionsärmere Logistik.
Das von Fresenius festgelegte Klimaschutzziel (siehe in diesem Themenstandard Abschnitt E1-4 / E1-7 Ziele und Ambitionen) steht im Einklang mit dem wissenschaftlichen Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens, die globale Erderwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen. Der Konzern identifiziert emissionsintensive Tätigkeiten und leitet daraus Reduktionsmaßnahmen ab. Für die Reduzierung der Scope-1- und -2-Emissionen setzt Fresenius z. B. neue Technologien mit geringeren Umweltauswirkungen ein, was die Energieeffizienz der eigenen Prozesse verbessern und zu einem geringeren THG-Ausstoß führen kann. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Standorten, die maßgeblich zum THG-Fußabdruck von Fresenius beitragen. So kann der Konzern Maßnahmen und entsprechende Budgets priorisieren, die eine zeitnahe Reduktion von Emissionen vorantreiben.
Für die Umsetzung des Übergangsplans hat Fresenius vier zentrale Dekarbonisierungshebel identifiziert:
Ausbau erneuerbarer Energien: Ein wichtiger Hebel ist die Reduzierung der konzernweiten Stromemissionen. Daher wird der Konzern den Einkauf von Strom aus erneuerbaren Energien schrittweise erhöhen und die Eigenerzeugung von Energie, z. B. durch Photovoltaikanlagen, weiter ausbauen.
Steigerung der Energieeffizienz: Um die Energieeffizienz in Gebäuden und von Prozessen zu steigern, misst das Unternehmen die Leistung relevanter Energieverbraucher und vergleicht sie mit energieeffizienteren Anlagen. Auf dieser Grundlage sollen Optimierungen, Sanierungen oder Umrüstungen stattfinden.
Brennstoff-, Technologie- und Prozesswechsel: Fresenius sieht zudem vor, Prozesse zu elektrifizieren oder alternative Prozesse einzuführen, Energieträger durch erneuerbare Alternativen wie Biokraftstoffe zu ersetzen oder auf neue Technologien wie Wärmepumpen umzurüsten.
Elektrifizierung der Fahrzeugflotte: Auch durch den Wechsel von ineffizienten und kohlenstoffreichen Fahrzeugen auf elektrisch angetriebene Alternativen sowie den Ausbau der dafür benötigten Ladeinfrastruktur möchte der Konzern seine THG-Emissionen reduzieren.
Fresenius adressiert Scope-3-Emissionen und will deshalb die Zusammenarbeit mit Lieferanten weiterentwickeln. Eine erste Hotspot-Analyse wurde 2024 durchgeführt, um die THG-intensivsten vorgelagerten Lieferanten und Warengruppen zu identifizieren. Im Berichtsjahr hat Fresenius den Austausch mit relevanten Lieferanten zu ihren THG-Emissionen und Klimastrategien intensiviert.
Im Berichtsjahr durchgeführte und geplante Maßnahmen sowie damit verbundene THG-Emissionsreduktionen und Finanzen finden Sie in diesem Themenstandard im Abschnitt E1-3 Maßnahmen.
Das Unternehmen hat seine wichtigsten Vermögenswerte und Produkte und damit in Zusammenhang stehende gebundene THG-Emissionen bewertet. Indem durch gezielte Maßnahmen kontinuierlich die THG-Emissionen in den eigenen Anlagen und Gebäuden reduziert werden, verkleinert sich schrittweise auch der THG-Fußabdruck der Produkte. Im geplanten Pfad zur Erreichung des Klimaziels wurden die gebundenen THG-Emissionen berücksichtigt. Eine signifikante Veränderung der zu reduzierenden zukünftigen THG-Emissionen ist durch die potenziell gebundenen THG-Emissionen nicht zu erwarten. Auch die Auswirkungen von Wachstum sowie Akquisitionen auf die THG-Emissionen des Konzerns werden in der Zielerreichung berücksichtigt. Die THG-Emissionen der Vermögenswerte gehen teilweise mit transitorischen Risiken einher: Durch künftige Regulatorik wie eine CO2-Bepreisung können sie einen finanziellen Einfluss haben. Derzeit ist allerdings nicht absehbar, dass das Erreichen der Klimaziele von Fresenius dadurch gefährdet wäre.
Übergangsrisiken werden im Rahmen der jährlichen Risikobewertung berücksichtigt. Sofern sich daraus notwendige Maßnahmen zur Gegensteuerung ergeben, werden diese entsprechend umgesetzt und in der zukünftigen Berichterstattung dargelegt.
Dennoch können externe Umstände eine zeitgerechte Erreichung der THG-Emissionsreduktionsziele beeinträchtigen. Neue Technologien wie z. B. industrielle Stromspeicher oder Batterien für erneuerbare Energien liegen teilweise vor, allerdings sind diese noch nicht immer skalierbar oder können mit hohen Kosten verbunden sein. Zudem kommen bei neuen Technologien vermehrt Seltene Erden zum Einsatz, die in ihrer Verfügbarkeit begrenzt sein könnten. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass die zunehmende Elektrifizierung und der Bedarf an Grünstrom die Verfügbarkeit und die vorhandene Infrastruktur belasten. Ein mangelnder Ausbau könnte daher den Fortschritt in Richtung der Emissionsreduktionsziele verlangsamen. Zuletzt können globale Entwicklungen wie Wirtschaftskrisen, Naturkatastrophen, Pandemien, internationale Spannungen und regulatorische Unsicherheit die Zielerreichung verzögern oder hindern. Um dem entgegenzuwirken, versucht Fresenius, Maßnahmen falls nötig frühzeitig an die jeweilige Situation anzupassen und so geplante Reduktionspfade einzuhalten.
Über die Ziele und Pläne (CapEx, CapEx-Pläne, OpEx), um die wirtschaftlichen Tätigkeiten von Fresenius an die in der Delegierten Verordnung (EU) 2021 / 2139 der Kommission festgelegten Kriterien anzupassen, berichtet das Unternehmen im Abschnitt Angaben nach Artikel 8 der Verordnung 2020 / 852 (EU-Taxonomie-Verordnung).
Im Berichtsjahr hat der Konzern keine signifikanten CapEx-Beträge im Zusammenhang mit Wirtschaftstätigkeiten in den Bereichen Kohle, Öl oder Gas investiert.
Auf Fresenius trifft keine der in Artikel 12.1 in EU 2020 / 1818 genannten Angaben zu, weshalb der Konzern von den Paris-abgestimmten EU-Referenzwerten ausgenommen ist.
Der Übergangsplan ist in die allgemeine Geschäftsstrategie und Finanzplanung von Fresenius integriert. Die Bestandteile des Übergangsplans wie Maßnahmen und Projekte werden von den verantwortlichen Geschäftsführungsgremien im Rahmen der Budgetplanungen freigegeben. Das Klimaziel wurde vom Vorstand verabschiedet.
Das Basisjahr des Klimaziels für 2030 ist das Jahr 2020. Seitdem hat Fresenius 33,3 % der Scope-1- und Scope-2-Emissionen reduziert und liegt somit in Bezug auf die gesetzten Klimaziele im Plan. Im Berichtsjahr haben insbesondere Maßnahmen zum Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien und zur Steigerung der Energieeffizienz zum langfristigen Erreichen der Treibhausgasneutralität beigetragen. Weitere Informationen finden Sie in diesem Themenstandard im Abschnitt E1-3 Maßnahmen, im Abschnitt E1-4 / E1-7 Ziele und Ambitionen sowie im Abschnitt Kennzahlen, E1-6 Treibhausgasemissionen.
Ansatz[E1-2] Konzepte im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel
Richtlinie zum Umweltschutz
Der Anspruch von Fresenius beim Klima- und Umweltschutz lautet: Wir wollen über die gesetzlichen Rahmenbedingungen hinaus Möglichkeiten ermitteln, um die Belastungen für Klima und Umwelt so gering wie möglich zu halten. Fresenius ist bestrebt, Umweltschutzaktivitäten zu bündeln, um das Management der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel und Energieverbrauch konzernweit zu steuern. Einen verbindlichen Rahmen für das Umweltmanagement bildet die konzernweite Richtlinie zum Umweltschutz. In dieser Richtlinie legt das Unternehmen seine Grundsätze für fundierte Umweltmanagementpraktiken dar, gibt einen Überblick über die Prioritäten im Bereich Umweltschutz – wie die Vermeidung von Umweltverschmutzung – und zeigt die Fokusthemen des unternehmenseigenen Ansatzes auf. Diese sind: Klimaschutz, Wasser sowie Ressourcen und Kreislaufwirtschaft. Die Richtlinie soll dazu dienen, auf diese Themen und die definierten Auswirkungen, Risiken und Chancen abgestimmte Maßnahmen anzustoßen und umzusetzen. Mit diesem Rahmenwerk fordert Fresenius zudem die Operating Companies aktiv auf, sich engagiert an Anpassungsmaßnahmen zu beteiligen. Die Richtlinie soll weiterhin die Ambitionen für zunehmende Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien über das bereits erreichte Maß hinaus verankern. Auf der Website www.fresenius.com/de ist sie öffentlich einsehbar.
Die Richtlinie zum Umweltschutz ist konzernweit gültig und von allen Operating Companies, eigenen Arbeitskräften sowie Dritten, die an den Fresenius-Standorten tätig sind, einzuhalten. Darin legt das Unternehmen auch seine Erwartungen an die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette fest. Geschäftspartner sollen z. B. den dargelegten Ansatz zum Umweltschutz unterstützen und die Anforderungen einhalten, die in jeweils relevanten Dokumenten festgelegt sind.
Die Richtlinie zum Umweltschutz wurde vom Vorstand verabschiedet. Im Vorstand übernimmt der Vorstand Sustainability die Steuerung strategischer konzernübergreifender Vorgaben zum Umweltschutz. Die Geschäftsführungen der Operating Companies haben die Verantwortung für die operative Unternehmensführung und gestalten, z. B. über einen Geschäftsverteilungsplan, deren Managementansätze und regeln die Zuständigkeit für Umweltthemen.
Ausführungen zu Verantwortlichkeiten und Vorgaben im Vorstand sowie im Aufsichtsrat sind jeweils im Standard ESRS 2, Abschnitt GOV-1 Nachhaltigkeitsorganisation erläutert.
Weitere Konzepte zum Umwelt- und Energiemanagement
Über die konzernweite Richtlinie hinaus unterliegen alle Standorte den jeweiligen Vorschriften und Gesetzen vor Ort. Zusätzlich sind weitere interne Richtlinien zu Umweltschutzthemen wie dem Umgang von Beschäftigten mit Gefahrstoffen implementiert.
Da unterschiedliche Anforderungen an die Geschäftstätigkeit der Operating Companies bestehen, ist das in der Richtlinie zum Umweltschutz festgelegte Umwelt- und Energiemanagement dezentral und dem jeweiligen Geschäftsmodell entsprechend organisiert. Sie haben zusätzlich lokale, regionale oder globale Managementsysteme eingerichtet. Managementhandbücher sowie Standardverfahrensanweisungen geben, im Einklang mit der konzernweiten Richtlinie, die Rahmenbedingungen für die lokalen Umwelt- und Energiemanagementsysteme vor. Diese schließen gegebenenfalls detaillierte Vorgaben für die Bewertung von Umweltschutzmaßnahmen und Prozesse zur Bewertung von Umweltrisiken ein. Geschäftspartner werden ebenfalls adressiert und aufgefordert, den jeweiligen Umweltansatz zu unterstützen.
Gemeinsame Grundlage für die Umweltmanagementsysteme bietet die Norm ISO 14001; für das Energiemanagement die Norm ISO 50001. Das Unternehmen lässt seine Systeme von externen Partnern und Aufsichtsbehörden prüfen und erweitert die Anzahl der nach ISO 14001 und ISO 50001 zertifizierten Standorte kontinuierlich.
Überwachungsprozesse
Fresenius prüft die Wirksamkeit der Managementsysteme durch interne sowie unabhängige Audits. Die externen Zertifizierungsaudits erfolgen z. B. nach einem Multisite-Verfahren. Dabei wird eine repräsentative Stichprobe an Standorten jährlich geprüft. Im Jahr 2025 wurden in den Operating Companies die vorgeschriebenen Audits durchgeführt. Systematische Abweichungen wurden dabei nicht festgestellt.
Jede Operating Company verfügt über Funktionen, die die jeweiligen Umweltauswirkungen überwachen und steuern. Sie analysieren umweltrelevante Schwachstellen, entwickeln geeignete Standardverfahren und setzen entsprechende Maßnahmen um. Außerdem unterstützen sie ihre zertifizierten lokalen Einheiten darin, Umweltziele effektiv festzulegen, diese zu überwachen sowie verbindliche Richtlinien für alle Einheiten zu erarbeiten und zu implementieren. Relevante Umweltdaten wie Verbrauchsdaten werden regelmäßig, z. B. quartalsweise, zur Leistungskontrolle an die zuständige Zentralfunktion berichtet. Treten signifikante Abweichungen von der bisherigen Leistung auf, leiten Spezialistinnen und Spezialisten von Fresenius eine Analyse ein, werten diese aus und ergreifen bei Bedarf Korrektur- oder Vorbeugungsmaßnahmen.
Maßnahmen [E1-3] Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit den Klimakonzepten
Im Berichtsjahr standen vor allem die Themen Energieeinsparung und ‑effizienz, Prozessumstellungen sowie die Umstellung auf Grünstrom im Fokus. Die nachfolgend beschriebenen Maßnahmen wurden im Berichtsjahr implementiert, befinden sich derzeit in Umsetzung oder sind zur Umsetzung geplant und in der Budgetplanung bis 2028 berücksichtigt. Die Maßnahmen betreffen nur die eigene Geschäftstätigkeit. Im Einklang mit der Richtlinie zum Umweltschutz tragen die Maßnahmen dazu bei, den THG-Fußabdruck zu reduzieren und die Konzern-Klimaziele zu erreichen, insbesondere im Hinblick auf Scope-1- und Scope-2-Emissionen. Es wurden keine zusätzlichen, über die regulären Budgetprozesse hinausgehenden wesentlichen finanziellen oder personellen Ressourcen in Anspruch genommen.
Weitere Informationen zu der durch die Dekarbonisierungshebel erzielten sowie erwarteten THG-Emissionsreduktion sowie zu den finanziellen Mitteln, dem Übergangsplan zugewiesen sind, sind der untenstehenden Tabelle zu entnehmen.
Erzielte Reduktion der Treibhausgasemissionen (2025)1 |
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Zweistelliger Prozentwert der Emissionen des Basisjahres |
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Erwartete Reduktion der Treibhausgasemissionen |
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Mindestens niedriger einstelliger Prozentwert pro Jahr im Vergleich zum Basisjahr |
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Dem Übergangsplan zugewiesene finanzielle Mittel |
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Mittlerer zweistelliger Mio-€-Betrag |
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Dem Übergangsplan zugewiesene finanzielle Mittel |
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Niedriger einstelliger Mio-€-Betrag |
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Gesamtsumme aktueller dem Übergangsplan zugewiesener finanzieller Mittel (2025) |
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Niedriger zweistelliger Mio-€-Betrag |
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Gesamtsumme zukünftiger dem Übergangsplan zugewiesener finanzieller Mittel (2026–2028) |
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Niedriger zweistelliger Mio-€-Betrag |
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Ausbau erneuerbarer Energien
Das Unternehmen bezieht einen großen Teil der genutzten Energie von externen Versorgern. Dies umfasst auch erneuerbare Energien aus z. B. Wasser-, Solar- oder Windkraft. Zudem prüft Fresenius den weiteren Einsatz erneuerbarer Energien und erzeugt an zahlreichen Produktions- sowie Klinikstandorten selbst Wärme und Strom, z. B. über Biomassekessel und Photovoltaikanlagen.
Die Verwendung von erneuerbaren Energien ist Bestandteil der Richtlinie zum Umweltschutz und ein wichtiger Baustein zur Erreichung des Klimaziels. Im Jahr 2025 hat Fresenius rund 905.385 MWh (2024: 853.194 MWh) Energie aus erneuerbaren Energiequellen genutzt. Darin enthalten ist Energie aus Photovoltaik- und Biomasseanlagen oder aus thermischer und elektrischer Kraft-Wärme-Kopplung sowie Pelletkesseln. Außerdem hat das Unternehmen kohlenstoffneutralen und kohlenstoffarmen Strom, Fernwärme und Fernkälte eingekauft.
Bis 2030 will Fresenius Strom so weit wie möglich aus erneuerbaren Quellen beziehen. Hierfür erzeugt das Unternehmen eigenen Strom mittels Photovoltaikanlagen und nutzt Energiestromverträge oder Energy Attribute Certificates (EACs). Stromverbräuche, die durch das unternehmerische Wachstum bis 2040 und 2050 entstehen, sollen ebenfalls aus Grünstromquellen stammen. Im Berichtsjahr wurden weitere Standorte mit Photovoltaikanlagen ausgestattet.
Steigerung der Energieeffizienz
Entsprechend der Richtlinie zum Umweltschutz möchte Fresenius einen Schwerpunkt auf Energieeffizienz setzen, um die Klimaziele bis 2030 und 2040 zu erreichen. Im Jahr 2025 hat der Konzern dazu fortlaufend eine Vielzahl von Maßnahmen implementiert bzw. setzt diese um.
Die Steigerung der Energieeffizienz in Gebäuden und Prozessen wird vom Unternehmen strategisch verfolgt. Durch ein verbessertes Anlagenmonitoring können Ineffizienzen bei der Energienutzung von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen (HVAC) sowie Beleuchtung frühzeitig erkannt werden. Fresenius misst die Leistung relevanter Energieverbraucher und vergleicht sie mit energieeffizienteren Anlagen, um z. B. über eine Umrüstung zu entscheiden. Auf diese Weise werden sowohl effiziente als auch ökonomisch sinnvolle Lösungen eingesetzt.
Im Produktionsbereich hat Fresenius Effizienzmaßnahmen umgesetzt – darunter der Austausch von Technik und Pumpen, die Wiederverwendung von Kondensat und Energie, die Optimierung des Dampfverbrauchs, die Vorbeugung von Leckagen sowie der Aufbau von Druckluftsystemen. Zudem wurden Einzelteile ausgetauscht und Geräte durch effizientere Modelle ersetzt. Gekühlte und beheizte Maschinen konnten durch Sanierungen oder durch neuere Geräte leistungsfähiger gemacht werden. Die zusätzliche Isolierung von Gebäuden und technischen Komponenten, z. B. Rohren und Ventilen, hat ebenfalls zur Reduzierung des Energieverbrauchs im Jahr 2025 beigetragen.
Fresenius Helios in Deutschland hat im Jahr 2022 eine 100-Punkte-Checkliste erstellt, mit deren Hilfe Kliniken Energieeinsparpotenziale identifizieren sollten. Zu den 100 Punkten der Checkliste zählen Maßnahmen wie die Analyse und Optimierung der Gebäudebeheizung und raumlufttechnischer Anlagen. Die Checkliste wurde im Berichtsjahr weiter genutzt, wodurch der Energieverbrauch reduziert werden konnte.
Im Rahmen der Ambitionen von Fresenius in Bezug auf Energieeffizienz und ‑einsparungen hat die unterbrechungsfreie Energieversorgung immer oberste Priorität, um die Sicherheit von Patientinnen und Patienten sowie eine zuverlässige Produktion und Versorgung zu gewährleisten. Daran richtet das Unternehmen auch seine Energiesparmaßnahmen aus.
Brennstoff-, Technologie- und Prozesswechsel
Bei der Bewertung von Brennstoff-, Technologie- oder Prozesswechseln zur Reduzierung von THG-Emissionen betrachtet das Unternehmen fortlaufend mehrere Faktoren. Bei der Entscheidung für Investitionen in neue Technologien sind Verfügbarkeit, Wirtschaftlichkeit, Skalierbarkeit, Umweltverträglichkeit und Zuverlässigkeit relevante Kriterien.
In den Krankenhäusern steht u. a. das Ersetzen oder das Auffangen von Narkosegasen im Fokus. Narkosegase, die im OP-Saal oder auf der Intensivstation zum Einsatz kommen, werden über das Abluftsystem an die Außenluft abgegeben – und wirken dort klimaschädlicher als CO2. Narkosegase verursachen daher einen relevanten Teil der THG-Emissionen der Kliniken. Das Ersetzen oder das Auffangen von Narkosegas sind folglich Hebel im Umwelt- und Klimaschutz. Im Berichtsjahr hat das Unternehmen weiter daran gearbeitet, bestimmte Narkosegase in den Krankenhäusern sukzessive durch umweltschonendere Gase zu ersetzen bzw. sie aufzufangen. In Spanien wurden zwei Gase durch eine klimaschonendere Alternative ersetzt. Zudem werden Niedrigflussnarkose-Methoden sowie alternative Anästhesieoptionen angeboten, um den Gasverbrauch insgesamt zu senken. In Deutschland wurden alle Intensivstationen auf ein System zum Auffangen des eingesetzten Narkosegases umgerüstet. Die Effekte dieser Maßnahme werden ab dem Berichtsjahr 2026 in der Berechnung der THG-Emissionenreduktion berücksichtigt.
An den Produktionsstandorten von Fresenius Kabi werden Projekte implementiert, um den Dampfverbrauch zu reduzieren und Wärmepumpen zu installieren.
Eine wichtige Komponente für die Herstellung der pharmazeutischen Produkte ist Wasser für Injektionszwecke (WFI). Dies ist hochreines Wasser, dessen Qualitätsgrad über die Trinkwasserqualität hinausgeht. Im Jahr 2025 startete Fresenius Kabi an zwei Produktionsstandorten Projekte, um die Herstellung von WFI auf ein Verfahren umzustellen, das deutlich weniger Energie und Wasser benötigt.
Elektrifizierung der Fahrzeugflotte
Im Berichtsjahr wurde die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte vorangetrieben. Fresenius Kabi hat sowohl weitere Fahrzeuge als auch Zugmaschinen im Werksverkehr durch elektrische Alternativen ersetzt. Zur Förderung der E-Mobilität baut Fresenius die Verfügbarkeit von Ladesäulen an Standorten aus, um zukünftig die lokale Versorgung zu ermöglichen. Leitende Angestellte des Segments Corporate / Sonstige sowie von Fresenius Kabi in Deutschland können nun ausschließlich Elektro- oder Hybrid-Fahrzeuge wählen.
Monitoring und Erneuerung von Equipment
Im Jahr 2025 hat Fresenius an relevanten Standorten Prozessüberwachungs- und Kontrollsysteme eingeführt, um den Energieverbrauch besser zu steuern, die Datenqualität zu verbessern und ineffiziente Prozesse und Maschinen zu identifizieren. Fresenius hat in diesem Zuge Maschinen (z. B. Kompressoren, Motoren, Pumpen) durch effizientere und emissionsärmere Alternativen ersetzt.
Ziele und Ambitionen[E1-4] Ziele im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel [E1-7] Entnahme von Treibhausgasen und Projekte zur Verringerung von Treibhausgasen, finanziert über CO2-Zertifikate
Fresenius hat sich in der Richtlinie zum Umweltschutz verpflichtet, den THG-Fußabdruck zu verringern. Das Unternehmen möchte seine negativen Auswirkungen auf die Umwelt reduzieren und hat sich Ziele zur THG-Reduktion gesetzt, die im Einklang mit dem Pariser Abkommen stehen.
Konzern-Klimaziele1:
50 % Reduktion bis 2030: Bis 2030 will Fresenius die gesamten Scope-1- und Scope-2-Emissionen absolut um 50 % (brutto) im Vergleich zum Basisjahr 2020 senken.2,3
Treibhausgasneutralität bis 2040: Fresenius strebt an, bis 2040 konzernweit Treibhausgasneutralität im eigenen Geschäftsbetrieb (Scope 1 und 2) zu erreichen. Das bedeutet, dass das Unternehmen seine absoluten Scope-1- und Scope-2-Emissionen im Vergleich zum Basisjahr 2020 um 100 % reduzieren möchte. Dazu plant es alle vermeidbaren THG-Emissionen eliminieren (mindestens 90 % Bruttoreduktion); unvermeidbare Emissionen (höchstens 10 %) sollen in Zukunft durch Maßnahmen zur dauerhaften Entnahme von CO2 ausgeglichen werden.3
Netto-Null bis 2050: Bis spätestens 2050 will Fresenius entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Scope 1 bis 3) Netto-Null-Emissionen erreichen. Dazu plant der Konzern alle vermeidbaren THG-Emissionen zu eliminieren (mindestens 90 % Bruttoreduktion); unvermeidbare Emissionen (höchstens 10 %) sollen in Zukunft durch Maßnahmen zur dauerhaften Entnahme von CO2 ausgeglichen werden.
Die den Klimazielen zugrunde liegenden Daten finden Sie in diesem Themenstandard im Abschnitt Kennzahlen, E1-5 Energieverbrauch und Energiemix sowie E1-6 Treibhausgasemissionen.
Die Reduktion der Scope-1- und Scope-2-Emissionen fließt als ESG-Kriterium mit 25 % in die langfristige variable Vorstandsvergütung (Long-Term Incentive – LTI) ein. Weitere Informationen dazu finden Sie im Standard ESRS 2 Allgemeine Angaben, Abschnitt GOV-3 ESG-Ziele in der Vorstandsvergütung.
1 Für die Unternehmensziele werden die Scope-2-Emissionen gemäß dem Greenhouse Gas Protocol nach dem marktbezogenen Berechnungsansatz berechnet. Die erfassten Treibhausgase (CO2, CH4, N2O, HFKW, PFC, SF6 und NF3) werden in CO2-Äquivalente umgerechnet. Die Konzernziele umfassen alle finanziell konsolidierten Einheiten der Fresenius SE & Co. KGaA; die THG-Emissionen, die unter E1-6 berichtet werden, entsprechen dem gleichen Berichtsrahmen (finanzieller Konsolidierungskreis). E1-6 beinhaltet ebenfalls die Scope-3-Emissionen, die aktuell nicht im Ziel zur Treibhausgasneutralität bis 2040 abgedeckt sind.
2 Das Reduktionsziel umfasst die Gesamtemissionen beider Kategorien und die Zielerreichung wird nicht getrennt nach Scope 1 und Scope 2 betrachtet. Die zu reduzierende Gesamtsumme setzt sich zu rund 45,9 % aus Scope-1-Emissionen und zu rund 54,1 % aus Scope-2-Emissionen zusammen.
3 Fresenius hat eine interne Recalculation Policy, die eine Korrektur des Basiswerts und deren Auslöser festlegt. Im Jahr 2025 wurde der Basiswert angepasst, da die Berechnungsmethodik angepasst wurde, um regulatorischen Anforderungen zu entsprechen. Der Basisjahrwert von 708.364 t CO2e wurde um 22.680 t CO2e erhöht. Durch die Anpassung wird die Vergleichbarkeit zum Berichtsjahr hergestellt. Die gesetzten Ziele wurden nicht verändert. Auf die Betrachtung der Zielerreichung hat die Anpassung keine Auswirkung, da die Vorjahre sowie das Berichtsjahr auf derselben Grundlange neu berechnet wurden. Das Basisjahr 2020 ist repräsentativ mit Blick auf den Geschäftsverlauf, die verfügbaren Vorjahreszahlen, die damit einhergehende Datenqualität und das Branchen-Benchmarking. Vorjahresdaten wurden entsprechend verglichen und in den Geschäftskontext gesetzt. Sofern externe Faktoren sich auswirken würden, sind sie berücksichtigt worden.
Methodik der Zielsetzung
Die Ziele von Fresenius – 50 % Reduktion bis 2030, Treibhausgasneutralität bis 2040 und Netto-Null bis 2050 – stehen im Einklang mit dem wissenschaftlichen Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens, die globale Erderwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen. Als Leitlinien für die Zielsetzung wurden zudem deutsche und europäische Klimaziele sowie die Vorgaben der Science Based Targets initiative (SBTi) genutzt. Das Ziel zur Reduzierung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis 2030 orientiert sich an den von der SBTi definierten Kriterien für kurzfristige Ziele. Die Zielsetzung von Fresenius wurde nicht durch die SBTi validiert.
Bei der Zielsetzung hat sich das Unternehmen an dem sektorübergreifenden Dekarbonisierungspfad der SBTi orientiert. Sektorspezifische Dekarbonisierungspfade wurden nicht herangezogen. Zukünftiges ökonomisches Wachstum sowie potenziell steigende THG-Emissionen in Abhängigkeit von Geschäftsaktivitäten und genutzten Energiequellen wurden in der Zielsetzung berücksichtigt. Die anzunehmenden zukünftigen THG-Emissionen wurden auf Basis von Vorjahreszahlen bis zum Zieljahr extrapoliert und in die Zielsetzung einbezogen, um sie in der Maßnahmenplanung entsprechend zu berücksichtigen. Dabei wurde angenommen, dass das Wachstum durch die Entwicklung neuer klimafreundlicher Technologien und deren industrielle Skalierung kohlenstoffarm bzw. kohlenstoffneutral verläuft.
Bei der Zielsetzung wurden interne und externe Stakeholder-Erwartungen einbezogen, z. B. durch die Berücksichtigung von Anforderungen von Investoren sowie Initiativen, Leitlinien, öffentliche Stellungnahmen und Erwartungen von Kunden sowie Arbeitskräften. Die Unternehmensstrategie und nationale Vorgaben wurden ebenfalls berücksichtigt. Umfang, Zeithorizont und Reduktionsziele wurden anhand von internen Analysen und Benchmarkings festgelegt.
Im Berichtsjahr wurde der Basiswert der Zielsetzungen angepasst, weitere Informationen dazu finden Sie unter Konzern-Klimaziele. Ausführungen zu den durchgeführten Schätzungen finden Sie im nachfolgenden Abschnitt Kennzahlen, E1-5 Energieverbrauch und Energiemix sowie E1-6 Treibhausgasemissionen.
Fresenius evaluiert kontinuierlich mögliche Dekarbonisierungshebel, um die langfristigen Klimaziele zu erreichen. Neben dem Einsatz bestehender Technologien berücksichtigt das Unternehmen auch neue Technologien, wie in diesem Themenstandard, Abschnitt E1-3 Maßnahmen beschrieben.
Das Unternehmen überprüft quartalsweise seine THG-Emissionswerte und überwacht die Erreichung seiner Ziele. Dabei werden die Fortschritte im Vergleich zu Basisjahr und Zieljahr sowie die jährlich notwendigen Reduktionsschritte betrachtet. Fresenius evaluiert etwaige Abweichungen und trifft bei Bedarf Gegenmaßnahmen. Aktuell stimmen die Fortschritte mit der Planung überein. Seit 2020 konnten die THG-Emissionen mithilfe der Dekarbonisierungshebel, z. B. der zunehmenden Nutzung von erneuerbaren Energien oder deren äquivalenten Zertifikaten (siehe dieser Themenstandard, Abschnitt E1-3 Maßnahmen), effektiv gesenkt werden. Bei der Zielerreichung werden keine THG-Emissionsreduktionen, die vor dem Basisjahr 2020 erreicht wurden, berücksichtigt.
Ansatz zur Reduzierung verbleibender Emissionen
Um die Ziele Treibhausgasneutralität bis 2040 sowie Netto-Null bis 2050 zu erreichen, will Fresenius grundsätzlich im ersten Schritt alle THG-Emissionen so weit wie möglich mittels Maßnahmen innerhalb der eigenen Geschäftstätigkeit sowie der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette reduzieren. Daher sieht bereits das Ziel bis 2030 vor, die Scope-1- und Scope-2-Emissionen absolut um 50 % zu reduzieren. Das Unternehmen fokussiert sich zunächst auf die Reduzierung von Scope-2-Emissionen, da hier global technologische Lösungen verfügbar sind. Scope-1-Emissionen dagegen sind prozessual verankert und benötigen einen langfristigen Planungshorizont. Hier liegt der Fokus auf den Dekarbonisierungshebeln Effizienzsteigerung sowie Brennstoff-, Technologie- und Prozesswechsel, wie in diesem Themenstandard, Abschnitt E1-1 Übergangsplan für den Klimaschutz beschrieben.
Erst im zweiten Schritt werden Maßnahmen zur Reduktion (Carbon Credits) oder dauerhaften Entnahme von CO2 in Betracht gezogen, um die unvermeidbaren THG-Emissionen auszugleichen. Dazu hat der Konzern festgelegt, dass höchstens 10 % der THG-Emissionen über Maßnahmen zur CO2-Reduktion oder ‑Abscheidung und ‑Speicherung innerhalb der eigenen Geschäftstätigkeiten sowie in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette neutralisiert werden.
Derzeit führt Fresenius keine Aktivitäten zur Reduzierung von Treibhausgasen mittels Kohlenstoffabbau, Kohlenstoffspeicherung oder Kohlenstoffgutschriften durch.
Kennzahlen1
1 Die noch verbliebenen Einheiten von Fresenius Vamed sind ab Geschäftsjahr 2025 nicht mehr in den Umweltdaten enthalten. Die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr ist gemäß der Recalculation Policy nicht wesentlich, daher wurde keine Neuberechnung vorgenommen.
Energieverbrauch und Energiemix [E1-5] Energieverbrauch und Energiemix
2025 hat Fresenius insgesamt 2.936.900 MWh Energie verbraucht, was einer Reduktion von 5,0 % gegenüber dem Vorjahr entspricht (2024: 3.090.443 MWh). Im Berichtsjahr hat der Konzern erneut den Schwerpunkt der Aktivitäten auf Energieeffizienzmaßnahmen und den Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien im gesamten Konzern gelegt. Die Hauptenergieträger waren Gas und Strom.
Im Januar 2026 war eine der Helios-Kliniken in Berlin von einem großflächigen Stromausfall betroffen. Das Notstromsystem konnte die Stromversorgung der Klinik sicherstellen bis die öffentliche Stromversorgung wieder hergestellt war. Der entsprechende Ölverbrauch wird in den Kennzahlen für das Berichtsjahr 2026 enthalten sein.
in MWh |
|
2025 |
|
2024 |
|---|---|---|---|---|
Gesamtverbrauch fossiler Energie |
|
1.962.068 |
|
2.147.576 |
Brennstoffverbrauch aus Kohle und Kohleerzeugnissen |
|
– |
|
– |
Brennstoffverbrauch aus Rohöl und Erdölerzeugnissen |
|
201.062 |
|
215.594 |
Brennstoffverbrauch aus Erdgas |
|
1.162.522 |
|
1.233.819 |
Brennstoffverbrauch aus sonstigen fossilen Quellen |
|
– |
|
– |
Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf oder Kühlung aus fossilen Quellen |
|
598.483 |
|
698.162 |
Anteil fossiler Quellen am Gesamtenergieverbrauch |
|
66,8 % |
|
69,5 % |
Verbrauch aus nuklearen Quellen |
|
69.447 |
|
89.673 |
Anteil des Verbrauchs aus nuklearen Quellen am Gesamtenergieverbrauch |
|
2,4 % |
|
2,9 % |
Gesamtverbrauch erneuerbarer Energie |
|
905.385 |
|
853.194 |
Brennstoffverbrauch aus erneuerbaren Quellen |
|
86.400 |
|
89.221 |
Verbrauch von erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung aus erneuerbaren Quellen |
|
801.923 |
|
750.046 |
Verbrauch selbst erzeugter erneuerbarer Energie, bei der es sich nicht um Brennstoffe handelt |
|
17.062 |
|
13.927 |
Anteil erneuerbarer Quellen am Gesamtenergieverbrauch |
|
30,8 % |
|
27,6 % |
Gesamtenergieverbrauch |
|
2.936.900 |
|
3.090.443 |
Erzeugung nicht erneuerbarer Energie |
|
94.384 |
|
109.623 |
Erzeugung erneuerbarer Energie |
|
17.072 |
|
13.949 |
|
|
2025 |
|
2024 |
||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Gesamtenergieverbrauch aus Aktivitäten in klimaintensiven Sektoren, in MWh |
|
1.733.176 |
|
1.771.418 |
||||||
Gesamtenergieverbrauch aus Aktivitäten in klimaintensiven Sektoren je Nettoumsatzerlös aus Aktivitäten in klimaintensiven Sektoren2, in MWh / 1 Mio € Umsatz |
|
202 |
|
206 |
||||||
|
||||||||||
Zur Berechnung werden Verbräuche fossiler Energie des eigenen Betriebs nach den jeweiligen Energiequellen (z. B. Erdgas, Diesel, Flüssigerdgas bzw. LNG) auf Basis von Zählerständen, Rechnungen oder Schätzungen summiert. Einzelne Energiequellen wurden über die Verbrauchsmenge und anhand des Brennwerts ermittelt. Zur Darstellung im Nachhaltigkeitsbericht wurden die summierten Angaben zum Heizwert umgerechnet. Lagen keine Daten vor, wurde der Energieverbrauch anhand von Referenzwerten extrapoliert. Die Energieverbräuche der folgenden Einheiten basieren auf Daten pro FTE (Full-time Equivalent – Vollzeitäquivalent), die am Standort Bad Homburg erhoben werden: Medizinische Versorgungszentren (MVZs) von Fresenius Helios in Deutschland, Büros, Forschung und Entwicklung betreibende Standorte, Standorte ohne Daten und Beschäftigte des Segments Corporate / Sonstige außerhalb Bad Homburgs.
Der Energieverbrauch von ambulanten Gesundheitszentren von Fresenius Helios in Spanien, deren Energieverbräuche nicht vorlagen, wurde anhand des durchschnittlichen Energieverbrauchs pro Quadratmeter der berichtenden ambulanten Gesundheitszentren hochgerechnet. Diese Methode ist mit den Geschäftsaktivitäten besser im Einklang als die bis zum Berichtsjahr 2024 verwendete.
Der nukleare Anteil für verbrauchte Elektrizität, Fernkälte und Fernwärme der vorgelagerten Lieferkette wurde anhand von statistischen Länderangaben anteilig pro Land errechnet und summiert. Datengrundlage war die Datenbank der International Energy Agency (IEA). Die Mehrheit der Produktionsstandorte nutzt Elektrizität aus erneuerbaren Quellen für die vorgelagerten Kühlprozesse. In der vorgelagerten Lieferkette der Produktionsstandorte wird die Annahme getroffen, dass hauptsächlich Erdgas als Energiequelle für Dampf genutzt wird.
Verbräuche erneuerbarer Energie des eigenen Betriebs wurden nach den jeweiligen erneuerbaren Energiequellen (z. B. Biomasse-Pellets, Biogas) summiert. Einzelne Energiequellen wurden über die Verbrauchsmenge und deren Brennwert ermittelt. Eingekaufte Grünstromzertifikate wurden entsprechend berücksichtigt. Bei Angaben zum Grünstromverbrauch aus nationalen Netzen wurde der aktuellste verfügbare Nachweis verwendet, teilweise stammte dieser aus dem Vorjahr. Zur Darstellung im Nachhaltigkeitsbericht wurden die Angaben zum Heizwert umgerechnet.
Standorte, die nach ISO 50001 zertifiziert sind, werden von einem externen Auditor wie MSZert oder TÜV geprüft.
Treibhausgasemissionen1,2 [E1-6] THG-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie THG-Gesamtemissionen
Im Berichtsjahr hat Fresenius insgesamt 4.258.997 t CO2e verursacht (2024: 4.289.740 t CO2e).
Die Scope-1-Emissionen belaufen sich auf 317.448 t CO2e und sind im Vergleich zum Vorjahr um 9,6 % gesunken (2024: 351.128 t CO2e). Die Scope-2-Emissionen (marktbezogen) liegen bei 170.497 t CO2e und sind gegenüber dem Vorjahr um 9,0 % gesunken (2024: 187.300 t CO2e). Berechnet nach dem standortbasierten Ansatz lagen die Scope-2-Emissionen bei 405.513 t CO2e (2024: 447.563 t CO2e). Die Reduktion konnte vor allem durch Energieeffizienzmaßnahmen, Prozessumstellungen und den Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien erreicht werden. Weitere Informationen zu den durchgeführten Maßnahmen finden Sie im Abschnitt E1-3 Maßnahmen in diesem Themenstandard.
Die Scope-3-Emissionen lagen im Berichtsjahr bei 3.771.052 t CO2e. Das entspricht einem Anstieg um 0,5 % im Vergleich zum Vorjahr (2024: 3.751.312 t CO2e). Der Anstieg ist u. a. auf die Ausweitung des Geschäftsbetriebs und damit verbundene gestiegene Einkaufsvolumen sowie gestiegene Emissionsintensitäten von eingekauften Produkten und Dienstleistungen zurückzuführen.
Scope-1- & Scope-2-Zielpfad
Im Vergleich zum Basisjahr 2020 hat das Unternehmen die gesamten Scope-1- und Scope-2-Emissionen (marktbezogen) um rund 33,3 % auf 487.945 t CO2e3 reduziert. Damit ist Fresenius auf dem Pfad, das gesetzte Konzern-Klimaziel bis 2030 zu erreichen.
Die biogenen Scope-1-Emissionen beliefen sich im Berichtsjahr auf 34.870 t CO2e (2024: 36.892 t CO2e).
Am Ende dieses Themenstandards finden Sie die Tabelle Treibhausgasemissionen mit detaillierten Angaben zu Scope 1, Scope 2 und Scope 3.
1 Die Scope-1- und Scope-2-THG-Emissionen beziehen sich ausschließlich auf die Einheiten des festgelegten Berichtsscopes (finanziell konsolidierte Einheiten der Fresenius SE & Co. KGaA). Fresenius hält keine berichtspflichtigen Beteiligungsunternehmen gemäß der Definition der CSRD. Entsprechend werden keine weiteren Daten bei der Berechnung von Scope 1 und Scope 2 einbezogen.
2 Die nachfolgenden Werte aus dem Vorjahr wurden angepasst, um eine Vergleichbarkeit zu den Werten 2025 herzustellen. Die Anpassungen resultieren aus einer Änderung der Berechnungsmethodik, internen Erkenntnissen und einem verbesserten Datenerhebungsprozess. Der Vorjahreswert der THG-Emissionen insgesamt (marktbezogen) von 4.199.344 t CO2e wurde um 90.397 t CO2e erhöht. Der Vorjahreswert der THG-Emissionen insgesamt (standortbezogen) von 4.482.069 t CO2e wurde um 67.934 t CO2e erhöht. Der Vorjahreswert der Scope-2-Emissionen (marktbezogen) von 164.838 t CO2e wurde um 22.462t CO2e erhöht. Der Vorjahreswert der Scope-3-Emissionen von 3.683.377 t CO2e wurde um 67.934 t CO2e erhöht.
3 Die Prüfung des Indikators gesamte Scope-1- und Scope-2-Emissionen (marktbezogen) als Teil der langfristigen variablen Vorstandsvergütung (LTI) erfolgt mit hinreichender Prüfungssicherheit (reasonable assurance), wie im Prüfungsvermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers ab Seite 431 ausgeführt.
in % |
|
2025 |
|
2024 |
|---|---|---|---|---|
Kauf |
|
|
|
|
Anteil gebündelter Zertifikate für erneuerbare Energie |
|
0,7 |
|
2,3 |
Anteil ungebündelter Zertifikate für erneuerbare Energie |
|
49,8 |
|
41,7 |
Verkauf |
|
|
|
|
Anteil gebündelter Zertifikate für erneuerbare Energie |
|
– |
|
– |
Anteil ungebündelter Zertifikate für erneuerbare Energie |
|
– |
|
– |
Beim Kauf von Energie nutzt Fresenius vertragliche Vereinbarungen, die mit verschiedenen Optionen für Energieattribute wie Herkunftsnachweisen oder Zertifikaten für erneuerbare Energien verbunden sind. In der oben stehenden Tabelle wird dargestellt, welche vertraglichen Optionen zu welchem Anteil im Energieeinkauf genutzt wurden.
Der Anteil gebündelter Zertifikate für erneuerbare Energie umfasst Energie, die zusammen mit dem physischen Strom als Teil desselben Vertrags gekauft wird. Fresenius nutzt dafür Herkunftsnachweise, Ökostromtarife und Stromabnahmeverträge.
Der Anteil ungebündelter Zertifikate für erneuerbare Energie beschreibt Energieeigenschaftsansprüche, die von Dritten gekauft werden, die die physische Energie nicht bereitstellen. Das Unternehmen nutzt gekaufte Herkunftsnachweise für erneuerbare Energieeigentumsansprüche.
Der prozentuale Anteil wird jeweils zum Energieverbrauch, der den Scope-2-Emissionen zugrunde liegt, ins Verhältnis gesetzt.
in t CO2e / Mio € Umsatz |
|
2025 |
|
2024 |
||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Treibhausgasemissionen (standortbezogen) pro Nettoumsatzerlös |
|
199 |
|
197 |
||||||
Treibhausgasemissionen (marktbezogen) pro Nettoumsatzerlös |
|
189 |
|
186 |
||||||
|
||||||||||
Folgende Definitionen und Methoden liegen der Berechnung der THG-Emissionen zugrunde.
Scope-1- und Scope-2-Emissionen
Die ausgewählten Emissionsfaktoren für die Berechnung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen entsprechen den Anforderungen und Leitlinien des Greenhouse Gas (GHG) Protocol Corporate Standards. Die CO2e-Emissionsfaktoren wurden auf Basis von Aktualität und Verfügbarkeit ausgewählt.
Scope-1-Emissionen: Die verbrauchte Energie (Higher Heating Value – HHV) wurde mit dem CO2e-Umrechnungsfaktor (DEFRA) des jeweiligen Brennstoffs multipliziert und die einzelnen Werte addiert. Flüchtige Gase wurden anhand des Global Warming Potentials berechnet, hierbei wurden die zuletzt veröffentlichten IPCC-Werte (Assessment Report 6) verwendet. Die Scope-1-Emissionen aus regulierten Emissionshandelssystemen werden auf Basis der letzten verfügbaren gemeldeten Daten einbezogen. Diese können aus dem Vorjahr stammen.
Biogene Scope-1-Emissionen: Der Verbrauch von aus Biomasse gewonnener Energie wurde mit dem entsprechenden CO2-Umrechnungsfaktor (DEFRA) multipliziert. Da dem Konzern keine weiteren Informationen vorliegen, wird angenommen, dass Biomasse verbrannt und nicht abgebaut wurde.
Scope-2-Emissionen (standortbezogen): Die Menge des verbrauchten Stroms wurde mit einem länderspezifischen CO2e-Umrechnungsfaktor der IEA multipliziert. Die verbrauchten Mengen an Dampf, Fernwärme und Fernkälte wurden mit einem einheitlichen CO2e-Umrechnungsfaktor (DEFRA) oder U.S. Energy Information Administration (U.S. EIA) multipliziert. Die verwendeten Umrechnungsfaktoren beinhalten keine CO2e-Emissionen für biogene Emissionen.
Scope-2-Emissionen (standortbezogene / marktbezogene biogene Emissionen): Aufgrund von nicht verfügbaren Emissionsfaktoren konnte keine Berechnung durchgeführt werden. Die vorhandenen Emissionsfaktoren deckten die biogenen Emissionen der Energieumwandlung nicht vollständig ab.
Scope-2-Emissionen (marktbezogen): Zur Berechnung der THG-Emissionen wurde eine Hierarchie implementiert. Zunächst wurde, sofern verfügbar, mit lieferantenspezifischen Emissionsfaktoren gerechnet. Falls diese nicht vorhanden waren, wurden länderspezifische EU-Residual-Mix-Umrechnungsfaktoren (AIB) verwendet. Wenn auch diese nicht vorlagen, wurden länderspezifische IEA- oder U.S. EIA-Faktoren verwendet. Wenn länderspezifische Umrechnungsfaktoren genutzt wurden, wurde auf die jeweils aktuellste Version zurückgegriffen.
Emissionsströme
Scope-3-Emissionen
Scope-3-Emissionen umfassen alle vor- und nachgelagerten Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette. Die Offenlegung erfolgt in Übereinstimmung mit den Prinzipien, die die Initiative Greenhouse Gas Protocol auf den Seiten 8 und 9 der Veröffentlichung A Corporate Accounting and Reporting Standard – Revised Edition beschreibt (World Business Council for Sustainable Development / World Resources Institute). 33,0 % der Scope-3-Emissionen werden anhand von Primärdaten berechnet, die Fresenius von Lieferanten oder anderen Partnern in der Wertschöpfungskette erhält. Die ausgewählten Emissionsfaktoren für die Berechnung der Scope-3-Emissionen entsprechen den Anforderungen und Leitlinien des GHG Protocol Corporate Standards. Sofern nicht anders angegeben, folgen alle Scope-3-Kategorien den gleichen Berichtsgrenzen wie die Berechnung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen. Biogene Scope-3-Emissionen sind für Fresenius aufgrund der Geschäftstätigkeiten und genutzten Energiequellen nicht wesentlich.
Kategorie 1, 2 und 4 – Erworbene Waren und Dienstleistungen, Investitionsgüter und Vorgelagerter Transport und Vertrieb: Die Berechnung erfolgt gemäß dem GHG-Protokoll nach einem ausgabenbasierten Ansatz unter Verwendung der multiregionalen Input-Output-Analysemethode estell. Dabei werden die Ausgaben pro Produktkategorie mit den entsprechenden Emissionsfaktoren multipliziert.
Kategorie 3 – Tätigkeiten im Zusammenhang mit Brennstoffen und Energie (nicht in Scope 1 und Scope 2 enthalten): Die Berechnung basiert auf den jährlichen Energieverbrauchsdaten, die zur Ermittlung von Scope-1- und marktbezogenen Scope-2-Emissionen verwendet werden. Die Verbrauchsdaten werden mit den jeweiligen Emissionsfaktoren für vorgelagerte Aktivitäten (Upstream) multipliziert. Als Quellen für die Emissionsfaktoren werden aktuelle DEFRA (Well-to-Tank (WTT)-Emissionsfaktoren), IEA und eine Umweltbundesamt-Studie herangezogen. Für Strom aus erneuerbaren Energien wird ein globaler Emissionsfaktor auf Grundlage des globalen erneuerbaren Energiemix (IEA) verwendet; für den Stromverbrauch in Deutschland das deutsche Äquivalent. Für Gas und Brennstoffe werden die Brutto-Heizwertfaktoren angewendet.
Kategorie 5 – Abfallaufkommen in Betrieben: Die Berechnung basiert auf den erzeugten Tonnen Abfall pro Abfallart und Abfallbehandlungsmethode, erzeugten Kubikmetern Abwasser sowie den relevanten Emissionsfaktoren aus den Quellen DEFRA und ecoinvent. Abfallkategorien, die voraussichtlich recycelt werden oder in einem Verfahren zur Energiegewinnung aus Abfall (Energy from Waste – EfW) enden, werden gemäß den Anforderungen des GHG-Protokolls mit 0 bilanziert.
Kategorie 6 – Geschäftsreisen: Für die Operating Companies werden die Aktivitätsdaten über einen Auszug der Dienstleister erfasst. Die Daten zu Mietwagen, Flug- und Zugreisen von Fresenius Helios in Spanien stammen direkt von der Reiseagentur. Die verwendeten Emissionsfaktoren spiegeln die Well-to-Wheel(WTW)-Emissionen von der Energiegewinnung zur Umwandlung in Bewegungsenergie am Rad wider und entsprechen der Methodik des GHG-Protokolls sowie den Richtlinien der SBTi. Länder, in denen das jeweilige Eisenbahnunternehmen auf seiner Website angibt, dass alle Züge mit erneuerbarer Energie betrieben werden, werden mit einem Emissionsfaktor von 0 berücksichtigt. Die mit jedem Verkehrsmittel zurückgelegten Kilometer werden mit dem entsprechenden entfernungsbasierten Emissionsfaktor multipliziert.
Kategorie 7 – Pendelnde Mitarbeiter: Als Grundlage für diese Kategorie wird die Anzahl der Beschäftigten pro Operating Company herangezogen. Die Aufteilung der Transportmittel erfolgt auf regionaler Ebene basierend auf statistischen Daten für einzelne Länder (z. B. Eurostat). Alle Daten zu Reisestrecken und Reisemitteln werden auf Grundlage öffentlicher Forschung ermittelt. Als Quellen für Emissionsfaktoren werden DEFRA (WTW-Emissionsfaktoren) und ecoinvent verwendet. Dabei wird die entfernungsbasierte Methode angewendet.
Kategorie 11 – Verwendung verkaufter Produkte: Diese Kategorie ist nur für Fresenius Kabi relevant. Fresenius Helios hat keine Herstellungs- oder Produktionsaktivitäten, folglich werden keine Produkte verkauft und anschließend verwendet. Innerhalb dieser Kategorie werden direkte Emissionen in der Nutzungsphase nur durch elektrische Produkte erzeugt, die von Fresenius Kabi MedTech verkauft werden. Pharmazeutische Produkte verursachen in der Nutzungsphase keine THG-Emissionen und sind daher nicht relevant. Für die Berechnung werden IEA-Emissionsfaktoren genutzt. Datenbasis sind die Verkaufsdaten sowie technische Informationen wie elektrische Last, Volllaststunden pro Tag und Lebensdauer je Produkt für jedes Land.
Kategorie 12 – Behandlung von Produkten am Ende der Lebensdauer: Diese Kategorie betrifft nur Fresenius Kabi, da alle anderen Operating Companies keine Herstellungs- oder Produktionsaktivitäten haben und folglich keine Produkte verkauft und entsorgt werden. Die Methodik variiert je nach Produkt und Verpackung. Die THG-Emissionen werden auf Grundlage von Verkaufsdaten, Gewichtsdaten und Statistiken über regionale Entsorgungsmethoden berechnet. Innerhalb von Fresenius Kabi werden die Arzneimittel selbst nicht als relevant angesehen, da sie im Körper verstoffwechselt werden.
Kategorie 15 – Investitionen: Diese Kategorie umfasst alle nicht konsolidierten Investitionen, an denen Fresenius mit mindestens 20 % beteiligt ist. Der Investitionsanteil wird entweder auf die tatsächlichen Emissionsdaten des Unternehmens angewendet oder zur Extrapolation der Emissionen basierend auf Umsatz und EEIO-Emissionsfaktoren gemäß GHG-Protokoll verwendet.
Energieverbräuche von Standorten mit ISO-50001-Zertifizierung werden in einem externen Audit, z. B. durch MSZert oder TÜV, geprüft.
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|
Rückblickend |
||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
|
2020 (Basisjahr) |
|
2024 (Vergleich) |
|
2025 (N) |
|
Prozentuale Änderung zum Vorjahr (% N / N-1) |
||||||||||
Scope-1-Treibhausgasemissionen |
|
|
|
|
|
|
|
|
||||||||||
Scope-1-THG-Bruttoemissionen, in t CO2e |
|
335.908 |
|
351.128 |
|
317.448 |
|
-9,6 % |
||||||||||
Prozentsatz der Scope-1-Treibhausgasemissionen aus regulierten Emissionshandelssystemen |
|
k.A. |
|
35,7 % |
|
39,4 % |
|
k.A. |
||||||||||
Scope-2-Treibhausgasemissionen |
|
|
|
|
|
|
|
|
||||||||||
Standortbezogene Scope-2-THG-Bruttoemissionen, in t CO2e |
|
455.271 |
|
447.563 |
|
405.513 |
|
-9,4 % |
||||||||||
Marktbezogene Scope-2-THG-Bruttoemissionen, in t CO2e |
|
395.136 |
|
187.300 |
|
170.497 |
|
-9,0 % |
||||||||||
Signifikante Scope-3-Treibhausgasemissionen |
|
|
|
|
|
|
|
|
||||||||||
Gesamte indirekte (Scope-3-)THG-Bruttoemissionen, in t CO2e |
|
k.A. |
|
3.751.312 |
|
3.771.052 |
|
0,5 % |
||||||||||
1 Erworbene Waren und Dienstleistungen |
|
k.A. |
|
1.634.985 |
|
1.706.509 |
|
4,4 % |
||||||||||
2 Investitionsgüter |
|
k.A. |
|
143.352 |
|
109.365 |
|
-23,7 % |
||||||||||
3 Tätigkeiten im Zusammenhang mit Brennstoffen und Energie (nicht in Scope 1 und Scope 2 enthalten) |
|
k.A. |
|
132.886 |
|
114.597 |
|
-13,8 % |
||||||||||
4 Vorgelagerter Transport und Vertrieb |
|
k.A. |
|
213.584 |
|
245.657 |
|
15,0 % |
||||||||||
5 Abfallaufkommen in Betrieben |
|
k.A. |
|
38.769 |
|
36.956 |
|
-4,7 % |
||||||||||
6 Geschäftsreisen |
|
k.A. |
|
17.423 |
|
14.624 |
|
-16,1 % |
||||||||||
7 Pendelnde Mitarbeiter |
|
k.A. |
|
275.317 |
|
273.810 |
|
-0,5 % |
||||||||||
8 Vorgelagerte geleaste Wirtschaftsgüter |
|
k.A. |
|
k.A. |
|
Emissionen aus dem Betrieb von Anlagen, die vom berichtenden Unternehmen im Berichtsjahr geleast werden, sind im Scope-1-und Scope-2- Treibhausgasemissionen-Inventar enthalten. |
|
k.A. |
||||||||||
9 Nachgelagerter Transport |
|
k.A. |
|
k.A. |
|
Diese Kategorie ist für Fresenius in Bezug auf die Emissionen nicht relevant. |
|
k.A. |
||||||||||
10 Verarbeitung verkaufter Produkte |
|
k.A. |
|
k.A. |
|
Diese Kategorie ist nicht Teil des Geschäftsmodells von Fresenius. |
|
k.A. |
||||||||||
11 Verwendung verkaufter Produkte |
|
k.A. |
|
37.050 |
|
26.272 |
|
-29,1 % |
||||||||||
12 Behandlung von Produkten am Ende der Lebensdauer |
|
k.A. |
|
103.632 |
|
110.641 |
|
6,8 % |
||||||||||
13 Nachgelagerte geleaste Wirtschaftsgüter |
|
k.A. |
|
k.A. |
|
Diese Kategorie ist nicht Teil des Geschäftsmodells von Fresenius. |
|
k.A. |
||||||||||
14 Franchises |
|
k.A. |
|
k.A. |
|
Diese Kategorie ist nicht Teil des Geschäftsmodells von Fresenius. |
|
k.A. |
||||||||||
15 Investitionen |
|
k.A. |
|
1.154.315 |
|
1.132.621 |
|
-1,9 % |
||||||||||
THG-Emissionen insgesamt |
|
|
|
|
|
|
|
|
||||||||||
THG-Emissionen insgesamt (standortbezogen), in t CO2e |
|
791.178 |
|
4.550.003 |
|
4.494.013 |
|
-1,2 % |
||||||||||
THG-Emissionen insgesamt (marktbezogen), in t CO2e |
|
731.044 |
|
4.289.740 |
|
4.258.997 |
|
-0,7 % |
||||||||||
|
||||||||||||||||||