Geschäftsbericht 2025

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ESRS S-Unternehmens­spezifisch Innovation[S-Unternehmensspezifisch]

Auswirkungen, Risiken und Chancen [SBM-3] Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell

Auswirkungen, Risiken und Chancen

Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse hat Fresenius die folgende wesentliche Chance im Zusammenhang mit Innovation identifiziert:

Wesentliche Chance im Zusammenhang mit Innovation

Unter-Unterthema

 

Art des IROs

 

Wertschöpfungs­kette

 

Zeithorizont

 

Beschreibung

k.A.

 

Chance

 

Eigenes Geschäft

 

Mittelfristig

 

Verbesserte Nachhaltigkeitsleistung und Gesundheitsversorgung durch innovative Lösungen [#34]
Innovationen im Gesundheitsbereich finden in vielen Bereichen statt: Sie helfen die Nachhaltigkeitsleistung von bestehenden Prozessen, Produkten und Dienstleistungen zu verbessern und sie führen zu neuen Behandlungskonzepten, Versorgungsangeboten oder innovativen Produkten. Grundlage sind Versorgungsforschung, klinische Studien, die Nutzung von Chancen, die sich durch die Digitalisierung ergeben und daraus abgeleitet Effizienzen in den Prozessen von Fresenius. Im Ergebnis sollen Innovationen dazu beitragen, die Versorgungsqualität zu verbessern, steigenden Gesundheitsausgaben zu begegnen und den Übergang zu Behandlungsansätzen zu ermöglichen, die stärker auf Prävention, Personalisierung und vernetzte Versorgung ausgerichtet sind. Beginnend bei der Produktentwicklung bzw. in den weiteren betrieblichen Prozessen sollen auch ökologische Aspekte berücksichtigt werden. Dies hilft, regulatorische Anforderungen zu erfüllen, das Vertrauen der Stakeholder zu stärken sowie langfristige Umweltziele zu erreichen.

Ansatz [MDR-P] Konzepte zum Umgang mit wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekten

Konzepte: Schwerpunktbereiche und Qualitätsanforderungen für Innovation

Fresenius verfolgt im Bereich Innovation einen integrierten Ansatz. Die Wirksamkeit der mit den innovativen Ansätzen definierten Prozesse sowie Kontrollen unterliegen der jeweils zuständigen Fachabteilung bzw. der Operating Company, in der der Ansatz entwickelt wurde. So finden Innovationen an zentralen Stellen entlang der Wertschöpfungskette statt und tragen im eigenen Geschäftsbereich zu den folgenden Themen bei:

In diesen Feldern strebt das Unternehmen Innovationen sowohl in Bestandsprodukten und Versorgungsangeboten an als auch in der Entwicklung neuer Therapieansätze an. Entsprechend finden Sie die Ausführungen zu den jeweiligen Ansätzen des Konzerns oder Operating Companies, die damit einhergehenden Richtlinien und Ziele sowie operative Aktivitäten und ggf. Maßnahmen in den referenzierten Themenstandards. Im Folgenden wird der übergeordnete Ansatz aus Konzernperspektive erläutert und strategische Elemente hervorgehoben.

Fresenius berücksichtigt die Interessen seiner Stakeholder in der Wertschöpfungskette, wie im Standard ESRS 2 Allgemeine Angaben oder in den referenzierten Themenstandards erläutert, und wählt auf Marktsituationen und Operating Companies zugeschnittene Ansätze – von eigenständigen Strategien für Forschung und Entwicklung (F & E) bis hin zum aktiven Innovationsmanagement. Dazu werden auch externe Partner wie Forschungseinrichtungen oder Start-up-Unternehmen einbezogen. Außerdem möchte Fresenius zunehmenden Anforderungen, u. a. Informationsbedarfen, insbesondere getrieben durch Regulatorik, in Hinblick auf Transparenz in der Versorgung von kritisch erkrankten Patientinnen und Patienten entsprechen.

Für diese Zielgruppe werden effektive Therapien im Zusammenspiel mit intelligenten Anwendungen und medizintechnischen Geräten auch in Zukunft stärker nachgefragt – und erfordern passende Produktinnovationen. Nicht zuletzt arbeitet Fresenius daran, auch in Zulassungsstudien und klinischen Forschungsprojekten durch innovative Lösungen Möglichkeiten zu schaffen, die Qualität von Behandlungen zu verbessern.

KI spielt eine transformative Rolle dabei, wie Fresenius Gesundheitslösungen entwickelt und bereitstellt. Im Jahr 2025 hat Fresenius eine neue KI-Governance-Richtlinie geschaffen, die einen konzernweiten Rahmen für den sicheren und ethischen Einsatz von KI innerhalb des Fresenius-Konzerns festlegt. Weitere Informationen zu dieser Richtlinie finden Sie im unternehmensspezifischen Themenstandard Digitale Transformation.

In den definierten Schwerpunktbereichen, die sich aus dem Geschäftsmodell, erläutert im Standard ESRS 2 Allgemeine Angaben, und der Unternehmensstrategie (im zusammengefassten Lagebericht, siehe Abschnitt Geschäftsmodell des Konzerns) ableiten, befolgt Fresenius für alle neuen oder verbesserten Produkte und Dienstleistungen interne Qualitätsanforderungen ebenso wie externe Regularien und gesetzliche Anforderungen. Im medizintechnischen Bereich gelten z. B. europäische Richtlinien wie die EU-Verordnung über Medizinprodukte (Medical Device Regulation – MDR). Für die Entwicklung und Nutzung von KI-Anwendungen folgt Fresenius der im August 2024 in Kraft getretenen EU-Verordnung über künstliche Intelligenz (Verordnung (EU) 2024 / 1689; kurz: KI-VO). Für digitale Entwicklungen werden außerdem die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union (EU-DSGVO) beachtet.

Gegen mögliche Risiken, etwa Hackerangriffe auf sensible Daten und Systeme, geht Fresenius mit umfassenden Cybersecurity-Konzepten vor. Weitere Informationen finden Sie im Themenstandard S4 Verbraucher und Endnutzer, Abschnitt Datenschutz und im unternehmensspezifischen Standard G-Cybersecurity.

Konzernübergreifende Steuerung von Innovation

Innovation ist als wesentliches Thema der übergeordneten Konzernstrategie definiert. Die Operating Companies spezifizieren mit Unterstützung durch Funktionen der Konzernzentrale die jeweilige Geschäftsfeldstrategie und leiten daraus ab, in welchen Bereichen Innovation langfristig sinnvoll erfolgen kann, um Potenziale für verbesserte Gesundheitsversorgung und ‑produkte bestmöglich nutzen zu können. Im Vorstand ist der Vorstandsvorsitzende für die Gesamtstrategie des Konzerns verantwortlich. Die operative Umsetzung erfolgt innerhalb der Operating Companies bzw. in deren Geschäften. Sie wird von den jeweiligen Managementfunktionen verantwortet und ist in den lokalen Organisationen verankert. Die Zuständigkeit für Innovationen sowie für F & E wird z. B. über einen Geschäftsverteilungsplan geregelt.

Ein Vertreter der Konzernfunktion berichtet täglich an den Vorstandsvorsitzenden und steht darüber hinaus im Rahmen verschiedener interner Gremien im Austausch mit dem Vorstand. Die Verantwortlichen der Konzernfunktion Corporate Development und die Fachverantwortlichen der Operating Companies tauschen sich bedarfsweise und anlassbezogen aus. Im Rahmen der Vorstandssitzungen werden dem Vorstand monatlich die relevanten Entwicklungen aus den Operating Companies aufbereitet oder Beschlussvorlagen zugetragen. Ausführungen zur grundsätzlichen Einbindung des Aufsichtsrats in wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte finden Sie im Standard ESRS 2 Allgemeine Angaben.

Der Chief Medical Officer als Teil der Konzernfunktion Corporate Development ist für den strategischen Rahmen verantwortlich, in dem Innovationen global stattfinden. Die Funktion des Chief Medical Officers soll Fresenius als führendes Gesundheitsunternehmen gegenüber medizinischen und wissenschaftlichen Entscheidungsträgern positionieren. Darüber hinaus berät er den Vorstand und die Operating Companies bei medizinischen Fragestellungen, konzipiert eigene Projekte und setzt diese um. Im Berichtsjahr betraf dies z. B. Umsetzungsprojekte im Bereich Zelltherapien.

Für konzernweite Innovationsprojekte übernimmt der Innovation Council die Verantwortung. Das Gremium hat eine Innovations-Roadmap entwickelt und fokussiert sich auf drei strategischen Themenfelder: (Bio)Pharma, MedTech sowie Care Delivery. Ihm gehören Vertreterinnen und Vertreter der Operating Companies, der Konzernstrategie-Abteilung sowie dem Bereich M & A (Mergers and Acquisitions) an. Sie bewerten und priorisieren gemeinsam Investitionschancen und treiben wesentliche Entwicklungs- und Innovationsprojekte im Konzern voran. 2025 lag der Fokus auf einer Studie, die technische Verbesserungen in der Produktion im Bereich Zelltherapien bewerten soll.

Das Innovation Council hat im Jahr 2025 segmentübergreifend spezifische Innovations- und Digitalisierungsprojekte bewertet und in geringerem Umfang finanziell gefördert.

Diese Projekte werden bei einem entsprechenden Reifegrad in die Nachhaltigkeitsberichterstattung aufgenommen, der auf Basis der folgenden Aspekte beurteilt wird:

  • Anwendbarkeit im operativen Geschäft

  • Unterstützung der Umsatz- und Ergebnisziele

  • Beitrag zu einem wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekt, sofern die Anforderungen der ESRS als wesentliche Aktivität erfüllt werden

Sofern sich die geförderten Projekte in einem frühen Stadium befinden, klassifizieren sie sich noch nicht als gesondert darzustellende Information, die auf die Nachhaltigkeitsleistung des Konzerns einzahlt. Eine weiterführende Berichterstattung über die Innovationsschwerpunkte der jeweiligen Operating Companies im Allgemeinen erfolgt im zusammengefassten Lagebericht sowie in den nachfolgenden Abschnitten in diesem unternehmensspezifischen Themenstandard.

Produktinnovationen

Fresenius Kabi arbeitet an der Erweiterung des Produktportfolios z. B. von Biopharmazeutika, klinischen Ernährungs- und MedTech-Produkten sowie intravenös zu verabreichenden Generika (I.V.-Generika). Als Innovation gelten dabei neu auf dem Markt eingeführte Substanzen, Geräte, Softwares, Verpackungen oder Services, Weiterentwicklungen oder Änderungen von Produktformulierungen von Bestandssubstanzen für einen neuen Markt, Produktneuformulierungen (z. B. das Produkt Fresubin PLANT-BASED Drink) sowie die Registrierung und Einführung etablierter Produkte in neuen Ländern. Innovative Produkte und Prozesse meldet Fresenius Kabi konsequent zum Patent an. Derzeit hält der Fresenius Kabi 1.124 aktive und veröffentlichte Patentfamilien und verfolgt bzw. hält sie in einem an die Vertriebsaktivitäten angepassten Länderkreis.

Darüber hinaus bezieht Fresenius ökologische Kriterien in Ansätze zu Produktinnovation ein. Das Unternehmen nutzt Ökobilanzen z. B. für verschiedene Produkte, um deren Umweltwirkung zu verstehen und auf dieser Basis stetig zu verbessern. Weitere Informationen dazu finden Sie im Themenstandard E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft.

Fresenius hat 2024 neue Impulse in der Zell- und Gentherapie gesetzt und diese im Berichtsjahr fortgeführt. Mit dem Unternehmen Cellular Origins, einem Unternehmen der The Technology Partnership (TTP), wurde eine Vereinbarung getroffen, um Strategien für die Integration von Zelltherapie-Technologien in die Automatisierungsplattform Constellation™ von Cellular Origins zu entwickeln. Mit dieser Kooperation bündeln die Unternehmen ihr Fachwissen zur digitalen und physischen Integration von Zelltherapie-Verarbeitungstechnologien. Zunächst legen sie den Fokus auf das Cue®-Zellverarbeitungssystem für die automatisierte Verarbeitung kleiner Volumina. Mit dem Projekt realisiert Fresenius Kabi einen weiteren wichtigen Schritt in der Innovationsförderung des Konzerns.

Eine Darstellung von Produktinnovationen wird weiterführend im zusammengefassten Lagebericht im Abschnitt Forschung und Entwicklung, Fresenius Kabi berichtet.

Behandlungskonzepte, Versorgungsforschung und klinische Studien

Innovative Behandlungskonzepte sind Kern der täglichen Arbeit im Krankenhaus. Das Zusammenspiel von klinischer Forschung und Erkenntnissen aus der alltäglichen Anwendung zeigt mögliche Veränderungen in gängigen Behandlungsschemata auf, die Fachexpertinnen und ‑experten aus Medizin und Pflege diskutieren. Bei Fresenius Helios liegt in Hinblick auf Innovation der Schwerpunkt auf klinischen Studien. Umfassende klinische Studien bilden zudem die Grundlage dafür, die Wirksamkeit und Sicherheit innovativer Lösungen zu bewerten. Schwerpunkte bilden dabei in den Akutkrankenhäusern vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Onkologie ebenso wie die Versorgungsforschung.

Fresenius untersucht an vielen Standorten z. B., wie wirksam und sicher experimentelle Arzneimittel sind und ob sich Medizinprodukte nach international gültigen ethischen sowie wissenschaftlichen Standards zur Zulassung eignen. Außerdem werden klinische Daten erhoben, analysiert und publiziert, um die Patientenversorgung zu verbessern, Pflegeprozesse zu optimieren, an der Entwicklung neuer Instrumente zur Verbesserung von Diagnosen mitzuwirken, zum wissenschaftlichen und medizinischen Fortschritt beizutragen und neue und bereits zugelassene Technologien und Behandlungen in der tagtäglichen Versorgung zu bewerten. Basierend auf einem klaren Bekenntnis zur evidenzbasierten Medizin ermutigt das Unternehmen seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wissenschaftliche und technologische Forschungstätigkeiten auszuüben. Sie sollen sich persönlich weiterentwickeln und mit ihren Erkenntnissen das Wohl der Patientinnen und Patienten steigern.

Sofern Patientinnen und Patienten der Teilnahme an einer Studie zustimmen, werden die Personen engmaschig durch Fachpersonal überwacht und haben die Möglichkeit im Rahmen der regelmäßigen Kontrollen und Arztgespräche auch Rückmeldung zum Prozess sowie der Behandlung zu geben. Weiter stehen ihnen alle Meldekanäle zur Verfügung, auf die auch andere Patientinnen und Patienten in den Einrichtungen von Fresenius Zugriff haben.

Sofern es in Studien zu Auffälligkeiten oder Nebenwirkungen kommt, ist der Sponsor der Studie verpflichtet diese zu melden und zu dokumentieren. Im Fall von extern beauftragten Zulassungsstudien ist dies z. B. das entsprechende Pharmaunternehmen. Bei bestimmten klinischen Studien, die durch einen Sponsor beauftragt wurden, kann der Vertrag eine Klausel enthalten, in der sich der Sponsor verpflichtet, den Patientinnen und Patienten, die an der Studie teilgenommen haben, weiterhin das Prüfarzneimittel zur Verfügung zu stellen. Dadurch wird sichergestellt, dass die teilnehmenden Personen im Falle eines positiven Studienergebnisses weiterhin die für sie vorteilhafte Behandlung erhalten können.

In Deutschland ist mit dem Helios Health Institute (HHI) eine spezialisierte Stelle für die Vorbereitung und Überwachung von Studien eingerichtet. Es führt die zentrale Studienprüfung für die Krankenhäuser von Helios in Deutschland durch und soll sicherstellen, dass alle in der Forschung bestehenden regulatorischen Anforderungen, inklusive vertraglicher oder datenschutzrechtlicher Vorgaben, im Rahmen der Studienprüfung erfüllt werden. Mit der abschließenden juristischen, regulatorischen und datenschutzrechtlichen Bewertung wird eine Empfehlung für das medizinische Forschungsprojekt an den Antragstellenden und die Geschäftsführung des Helios-Klinikums gegeben.

Die Regelung Helios-Forschungsförderung gibt Rahmenbedingungen vor, innerhalb derer Helios gezielt Forschungsprojekte von eigenen Beschäftigten fördert, die einen hohen Nutzen für Patientinnen oder Patienten erwarten lassen.

Fachbereiche oder Kliniken verfügen über spezielle Zertifizierungen, z. B. als Organkrebszentren oder onkologische Zentren der Deutschen Krebsgesellschaft. Für die Zertifizierung herangezogen wird u. a. die Behandlungsqualität oder auch die ausreichende Teilnahme von Patientinnen und Patienten an klinischen Studien. Sofern eine Helios-Klinik von einem externen Sponsor für eine Studie ausgewählt wird, erfolgen die Audits nach seinen jeweiligen Richtlinien. Ebenso werden einzelne Helios-Kliniken in Deutschland, die sich als Spezialzentrum zertifizieren lassen wollen, nach dem jeweiligen Auswahlverfahren der Länderbehörden inspiziert.

Bei Fresenius Helios in Spanien werden die Krankenhäuser, die Teil des öffentlichen Gesundheitsnetzwerks in Madrid sind, über das Instituto de Investigación Sanitaria Fundación Jiménez Díaz (IIS-FJD) verwaltet.

Für die übrigen Krankenhäuser wird die Forschung von der Abteilung Corporate Research and Innovation mit Unterstützung durch die Research Support Units der verschiedenen Krankenhäuser und Regionen geleitet. Die Abteilung fördert und unterstützt Forschungsaktivitäten in den Krankenhäusern des Netzwerks von Fresenius Helios in Spanien und in den Research Support Units. Sie legt gleichzeitig die erforderlichen Richtlinien fest, um sicherzustellen, dass die Forschungsaktivitäten in Übereinstimmung mit den höchsten Standards und unter Einhaltung aller gesetzlichen und behördlichen Anforderungen und bewährten Verfahren in diesem Sektor durchgeführt werden.

In Spanien ist für alle Forschenden und jedes Team eine aktualisierte Zertifizierung erforderlich, um eine klinische Studie durchführen zu können. Um eine Klinik für eine Studie auszuwählen, muss der Sponsor zuvor diese Einrichtung prüfen, um sicherzustellen, dass die spezifischen Anforderungen für die Durchführung der klinischen Studie erfüllt sind. Wie im Fall der Helios-Kliniken werden auch bei der Auswahl einer Helios Spanien Klinik-Audits durch einen Sponsor gemäß den jeweiligen Richtlinien durchgeführt. Darüber hinaus hat Fresenius Helios in Spanien das Prime Investigators Program entwickelt, ein Verfahren zur Auswahl von Spitzenforschenden im Bereich klinischer Studien. Das Programm enthält eine Liste der besten Forscherinnen und Forscher mit anerkannten Erfahrungen in klinischen Studien, die mit den Projektträgern geteilt wird, um die Forschenden sichtbar zu machen.

Die Überwachung wird durch Audits sowie durch Inspektionen der Landes-, Ober- und Zulassungsbehörden sichergestellt. Bei Beanstandungen werden entsprechende Korrekturmaßnahmen durch die betroffene Klinik eingeleitet und an die inspizierende Behörde berichtet. Im Jahr 2025 wurde das HHI in Deutschland vom TÜV Nord nach ISO 9001:2015 erfolgreich zertifiziert. Externe Inspektionen oder Audits fanden nicht statt.

Konzernweit werden klinische Studien in Übereinstimmung mit strengen rechtlichen Vorgaben sowie internationalen Richtlinien und Rahmenwerken durchgeführt. Dazu zählen u. a. die Richtlinien des International Council for Harmonisation of Technical Requirements for Pharmaceuticals for Human Use (ICH) – Good Clinical Practice (GCP) sowie die Anforderungen einschlägiger pharmazeutischer Regulierungsbehörden wie der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA), der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), der Deklaration von Helsinki und der EU-DSGVO (siehe Themenstandard S4 Verbraucher und Endnutzer, Abschnitt Datenschutz). Oberstes Ziel sind der Schutz der Patientinnen und Patienten sowie die Qualität der gewonnenen Daten.

So werden z. B. Zulassungsstudien für Produkte nur in solchen Ländern bzw. in solchen Einrichtungen durchgeführt, die über die medizinische und fachliche Expertise verfügen, das jeweilige Indikationsgebiet vollumfänglich zu betreuen.

Das Management neuer Innovationsinitiativen soll weiter kanalisiert und verbessert werden. Dafür besteht ein transparentes Verzeichnis von Innovationsvorschlägen mit einem Rückverfolgbarkeitsregister. Die in diesem Verzeichnis registrierten Vorschläge werden von einem Expertenkomitee bewertet, das ihre Durchführbarkeit beurteilt und sie nach ihrem Interesse priorisiert.

Maßnahmen [MDR-A] Maßnahmen und Mittel in Bezug auf wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte

Im August 2025 hat Fresenius bekannt gegeben, mit Unternehmen und wissenschaftlichen Institutionen aus acht verschiedenen Ländern zusammenzuarbeiten, um die Herstellung von CAR-T-Zelltherapien zu beschleunigen, kostengünstiger zu gestalten und den Zugang zu diesen Therapien für Patientinnen und Patienten in ganz Europa zu verbessern. Unter der Leitung von Fresenius will das neu gegründete Konsortium EASYGEN (Easy workflow integration for gene therapy) eine modulare Plattform für Krankenhäuser entwickeln. Mit dieser sollen personalisierte Zelltherapien zukünftig binnen weniger Tage statt in mehreren Wochen hergestellt werden können. Das Projekt ist eine öffentlich-private Partnerschaft, die mit rund 8 Mio € aus EU-Mitteln der Innovative Health Initiative (IHI) gefördert wird. Es baut auf einer Technologie auf, die das Team für Zell- und Gentherapie von Fresenius Kabi entwickelt hat. Das Projekt läuft bis zum Jahr 2030.

Auf Fresenius entfallen Fördermittel in Höhe von rund 1,3 Mio €. Weitere allgemeine Verwaltungskosten (OpEx) werden nicht separat budgetiert. Diese beziehen sich z. B. auf die mit der Leitung des Konsortiums einhergehenden Personalaufwendungen innerhalb der Konzernfunktion Corporate Development.

Fresenius engagiert sich aktiv in der Zell- und Gentherapie: Fresenius Kabi bietet medizintechnische Lösungen für diese Therapien an, darunter automatisierte Zellverarbeitungssysteme wie Lovo und Cue. Fresenius Helios wendet in Deutschland im Helios Klinikum Berlin-Buch seit 2019 CAR-T-Zelltherapie als Standardbehandlung für rezidive Patienten an. Das Krankenhaus führt zudem klinische Studien durch, um das Potenzial von CAR-T-Therapien weiter zu erforschen. Fresenius Helios in Spanien verfügt über spezialisierte Onkologie-Abteilungen, die CAR-T-Zelltherapien für fortgeschrittene Krebsbehandlungen anbieten, insbesondere für Blutkrebsarten.

Am Standort Bad Homburg wurde im Rahmen bestehender Infrastruktur der Errichtung eines neuen Innovationszentrums für Fresenius Kabi begonnen. Der Erstbezug ist für das 1. Halbjahr 2026 geplant.

Nach der Fertigstellung soll das neue Gebäude sowohl von der Kabi Business Unit Nutrition, im Wesentlichen von der Abteilung Research & Development Enteral Nutrition, aber auch von der Geschäftseinheit Compounding Devices genutzt werden.

Das Team der globalen Produktentwicklung arbeitet an der Weiterentwicklung des Produktportfolios im Bereich enterale Ernährung. beispielsweise hat das Team eine vegane Fresubin-Trinknahrung auf Basis von Sojaprotein entwickelt. Nun arbeitet die Produktentwicklung u. a. an einer pflanzenbasierten Sondennahrung. Durch den Anstieg von Stoffwechselstörungen sowie chronischen Krankheiten wie Diabetes wird davon ausgegangen, dass der weltweite Bedarf nach spezieller klinischer Ernährung in den kommenden Jahren steigen wird. Die Geschäftseinheit Compounding Devices beschäftigt sich seit 2014 hauptsächlich mit der Entwicklung, Produktion und Vermarktung von KabiHelp Pro, einem Compounding-Gerät zur Herstellung von patientenspezifischer, parenteraler Ernährung. Der weltweite Rollout von KabiHelp Pro ist in Umsetzung und soll helfen, die weltweite Marktführerschaft von Kabi im Bereich der parenteralen Ernährung zu sichern und auszubauen.

Bei der Errichtung des KabiLabs werden Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt: Teile der bereits vorhandenen Bausubstanz und technischen Infrastruktur werden genutzt, wodurch die CO2-Emissionen gegenüber einem Neubau deutlich reduziert werden. Photovoltaikanlagen liefern künftig grünen Strom, eine effiziente Wärmepumpe wird zur Beheizung der Räume genutzt und Regenwasser gespeichert, um die neu entstehenden Grünanlagen zu bewässern.

Für die Errichtung hat Fresenius Kosten von mehr als 16 Mio € budgetiert. Diese sind im Wesentlichen Sachinvestitionen (CapEx). Das Gebäude wird nach Fertigstellung in der Bilanz unter Sachanlagen verbucht.

Ziele und Ambitionen [MDR-T] Nachverfolgung der Wirksamkeit von Konzepten und Maßnahmen durch Zielvorgaben

Im täglichen Umgang mit Patientinnen und Patienten sowie medizinischen Fachkräften werden Fragestellungen an den Konzern herangetragen, die sich aus der Anwendung von Produkten und Geräten oder Therapien ergeben. Dieses Feedback fließt mit in die Arbeit an Innovationen ein und kann so zur Lösung von Herausforderungen im Gesundheitswesen beitragen. Fresenius strebt deswegen an, Kommunikationskanäle für dieses Feedback beizubehalten und kontinuierlich zu verbessern. Außerdem sind erfolgreiche klinische Studien die Basis der Produkte und Dienstleistungen von Fresenius, denn sie garantieren Sicherheit und Effektivität. Sie treiben gleichzeitig die Entwicklung und Anwendung innovativer Technologien und Behandlungskonzepte voran. Ein Ziel von Fresenius ist es, mit eigenen klinischen Studien weiterhin langfristig Mehrwert für Kunden sowie Patientinnen und Patienten zu schaffen und z. B. die Behandlungsqualität, erläutert im Themenstandard S4 Verbraucher und Endnutzer, zu verbessern.

Fresenius arbeitet kontinuierlich daran, seine Kompetenzen zu erweitern und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Der Bereich digitale Lösungen ist hier keine Ausnahme. Hier ist es ein Ziel, innovative Therapieverfahren und Lösungen zur integrierten Gesundheitsversorgung zu entwickeln. Denn von den Veränderungen durch eine fortschreitende Digitalisierung sind viele Stakeholder unmittelbar betroffen, allen voran die Patientinnen und Patienten sowie die Beschäftigten von Fresenius (siehe auch den unternehmensspezifischen Standard Digitale Transformation). Eng verbunden mit der Digitalisierung sind ebenfalls die F & E-Aktivitäten, die fester Bestandteil der Wachstumsstrategie des Konzerns sind; Grundlagenforschung wird bei Fresenius jedoch nicht betrieben.

Kennzahlen [MDR-M] Kennzahlen in Bezug auf wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte

Anzahl Studien und Produktzulassungen

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 1.491 Studien (2024: 1.436) in Spanien geprüft oder durchgeführt, mehrheitlich mit dem Ziel, Therapiemöglichkeiten für Patientinnen und Patienten zu verbessern. Schwerpunkte waren die Onkologie und Hämatologie sowie die Neurologie.

In Deutschland wurden im Berichtsjahr 157 Studienanträge evaluiert. Die Metrik umfasst die Zahl der im Berichtsjahr geprüften Forschungsanträge von Fresenius Helios in Deutschland. Ein Großteil der positiv bewerteten Anträge wurde von den Kliniken zur Durchführung freigegeben.

Auch im Produktbereich konnte Fresenius zahlreiche Produkte neu in den Markt einführen oder Verbesserungen in der Anwendung sowie ergänzende Darreichungsformen vorgestellen. Weiterführende Informationen finden Sie im zusammengefassten Lagebericht im Abschnitt Forschung und Entwicklung, Fresenius Kabi.

Bei Fresenius Helios in Spanien überwacht das Forschungs- und Innovationsteam die Anzahl der klinischen Studien mithilfe einer zentralen Plattform. Die Höhe der Fördergelder für die klinischen Forschungsaktivitäten ergibt sich aus den von der EU finanzierten Projekten.

Produktzulassungen im pharmazeutischen Bereich folgen ausschließlich den gesetzlich vorgegebenen Anforderungen. Vorgehen und Kontrollen sind in entsprechenden globalen internen Richtlinien im Unternehmen dokumentiert. Von einer detaillierten Beschreibung der Methodik des regulatorischen Prozesses wird abgesehen.

CAR-T-Zelltherapie
Bei dieser Therapie werden patienteneigene Immunzellen entnommen, genetisch verändert und gehen besser ausgestattet wieder zurück in den Körper. Dort aktivieren sie das Immunsystem, um Krebszellen zu vernichten.
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CUE
CUE ist ein automatisiertes Zellprozessiersystem, das weiße Blutzellsuspensionen für die Kryokonservierung (Einfrierung in flüssigem Stickstoff) und / oder zur Abgabe in finale Behälter wäscht, konzentriert und herstellt.
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Deklaration von Helsinki
Erklärung des Weltärztebundes zu ethischen Grundsätzen für die medizinische Forschung am Menschen.
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Enterale Ernährung
Zufuhr von Nährstoffen als Trink- und Sondennahrung unter Einbeziehung des Magen-Darm-Traktes.
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Evidenzbasierte Medizin
Die evidenzbasierte Medizin (EbM) baut neben dem Fachwissen, der Erfahrung der Behandelnden und den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten auch auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse. Ziel ist die bestmögliche Versorgung erkrankter Menschen.
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FDA (U.S. Food and Drug Administration)
Die behördliche Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelzulassungsbehörde der USA.
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LOVO
LOVO ist ein automatisches Zellprozessiergerät für den Laborgebrauch, um differenzierte und undifferenzierte weiße Blutzellsuspensionen zu waschen, zu konzentrieren oder zu verdünnen. Das Gerät wurde entwickelt, um einfaches, schnelles und vor allem automatisches Prozessieren von Zellen im geschlossenen System zu ermöglichen.
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Parenterale Ernährung
Zufuhr lebenswichtiger Nährstoffe direkt in die Blutbahn (intravenös). Sie wird notwendig, wenn der Zustand der Patientin oder des Patienten es nicht zulässt, dass Nährstoffe in ausreichender Menge oral oder als Trink- und Sondennahrung aufgenommen und verstoffwechselt werden.
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