Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen1
Das globale Wirtschaftswachstum (ohne Eurozone) blieb 2025 resilient, mit einer geschätzten Wachstumsrate von 3,5 %. Die USA und China blieben die primären Treiber, wenngleich die USA gegen Jahresende eine Abkühlung der Arbeitsnachfrage verzeichneten, während in China der Fertigungssektor trotz eines schwächelnden Immobilienmarktes eine tragende Säule der Wirtschaft blieb. Im Gegensatz zum Vorjahr zeigte der europäische Raum eine verbesserte Leistung mit einer jährlichen Wachstumsrate von 1,4 %, gestützt durch eine starke Binnennachfrage. Die Prognosen für 2026 deuten auf eine leichte Abschwächung auf 3,3 % weltweit hin, insbesondere wenn Verschiebungen in der Handelspolitik und fiskalische Anpassungen wirksam werden.
Im Jahr 2025 verlangsamte sich das Wachstum des Welthandels deutlich auf 2,8 %, verglichen mit dem robusteren Niveau von 2024. Diese Verlangsamung war primär auf das Auslaufen von sogenanntem Front-loading zurückzuführen – bei denen Unternehmen Ende 2024 Importe forcierten, um erwarteten US-Zöllen zu entgehen – sowie auf die tatsächliche Einführung neuer Handelsbarrieren. Der private Konsum in der Eurozone blieb ein Eckpfeiler des Wachstums und stieg im Jahresverlauf um durchschnittlich 1,3 %, unterstützt durch eine rekordtiefe Arbeitslosigkeit (6,4 %) und steigende Realeinkommen. Der Fertigungssektor blieb hingegen das besonders konjunkturempfindliche Segment der Weltwirtschaft und war geprägt von hohen Energiekosten sowie zunehmendem internationalen Wettbewerb, insbesondere in der Automobil- und Chemieindustrie.
Die globale Inflation setzte 2025 ihre schrittweise Normalisierung fort, wobei die Inflation in der Eurozone durchschnittlich 2,1 % betrug. Während sich die Energie- und Lebensmittelpreise stabilisierten, blieb der Dienstleistungssektor weiterhin maßgeblicher Treiber anhaltender Inflation und verharrte aufgrund des fortbestehenden Lohndrucks bei rund 3,5 %. Das Lohnwachstum begann sich Ende 2025 abzukühlen, wobei sich der Zuwachs der Arbeitnehmerentgelte auf etwa 4,0 % verlangsamte – ein Trend, für den 2026 eine weitere Desinflation erwartet wird. Die Kerninflation (ohne Energie und Lebensmittel) erwies sich als hartnäckiger und lag am Jahresende bei rund 2,4 %.
Die globalen Finanzierungsbedingungen entwickelten sich im Geschäftsjahr 2025 insgesamt stabil, blieben jedoch von erhöhten Unsicherheiten geprägt. Nach einer Serie von Zinssenkungen zu Beginn des Jahres hielt die EZB die Zinssätze im 4. Quartal stabil, da sich die Inflation ihrem 2 %-Ziel näherte. Die Geschäftsinvestitionen verzeichneten eine moderate Erholung und wuchsen um 2,4 %, da Unternehmen verstärkt Kapital in die digitale Transformation und die Integration von künstlicher Intelligenz (KI) leiteten, um hohe Personalkosten auszugleichen. Dennoch blieben die Kreditkonditionen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) etwas restriktiver als für Großkonzerne. Geopolitische Risiken im Nahen Osten und Veränderungen in der US-Handelspolitik sorgten weiterhin für Volatilität an den Anleihemärkten und hielten die Risikoprämien über weite Teile des Jahres auf erhöhtem Niveau.
Branchenspezifische Rahmenbedingungen
Der Gesundheitssektor zählt zu den weltweit bedeutendsten Wirtschaftszweigen und weist nach unserer Überzeugung hervorragende Wachstumschancen auf.
Wesentliche Wachstumsfaktoren sind:
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der zunehmende Bedarf an medizinischer Versorgung, den eine alternde Gesellschaft mit sich bringt,
-
die wachsende Zahl chronisch kranker und multimorbider Patientinnen und Patienten,
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die steigende Nachfrage nach innovativen Produkten und Therapien,
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der medizintechnische Fortschritt,
-
das zunehmende Gesundheitsbewusstsein, das zu einem steigenden Bedarf an Gesundheitsleistungen und ‑einrichtungen führt, und
-
die steigende Nachfrage nach digitalen Gesundheitsangeboten für Patientinnen und Patienten.
Zusätzliche Wachstumstreiber in den Schwellenländern sind:
-
der immer bessere Zugang zu und die steigende Nachfrage nach medizinischer Basisversorgung,
-
das steigende Volkseinkommen und damit höhere Ausgaben im Gesundheitssektor.
Insgesamt gaben die OECD-Länder2 im Jahr 2024 durchschnittlich 9,3 % ihres BIP für Gesundheitsleistungen aus (2023: 9,2 %). Der durchschnittliche Anteil der Gesundheitsausgaben am Nationaleinkommen in den OECD-Ländern war somit auch 2024 weiterhin deutlich höher als vor der Covid-19-Pandemie (2019: 8,8 %), obwohl er unter dem Niveau während der Krise lag.
Die USA verzeichneten die höchsten Pro-Kopf-Ausgaben mit finalen 13.432 US$ im Jahr 2023 und geschätzten 13.950 US$ für 2024. Basierend auf aktuellen Schätzungen liegt Deutschland im OECD-Länder-Vergleich mit 8.441 US$ im Jahr 2023 (2022: 8.011 US$) auf dem vierten Platz, während der Anteil der Gesundheitsausgaben am BIP im Jahr 2024 bei 12,3 % lag.
Um die stetig steigenden Ausgaben im Gesundheitswesen zu begrenzen und um Einsparpotenziale zu identifizieren, überprüfen die Kostenträger in zunehmendem Maße die Versorgungsstrukturen. Mit Rationalisierung allein lässt sich jedoch der Kostenanstieg nicht kompensieren. Deshalb sollen verstärkt auch marktwirtschaftliche Anreize für kosten- und qualitätsbewusstes Handeln im Gesundheitswesen geschaffen werden. So lassen sich durch eine insgesamt verbesserte Versorgungsqualität die Behandlungskosten reduzieren. Vorsorgeprogramme gewinnen im Zuge dessen ebenso an Bedeutung wie innovative Vergütungsmodelle, die an die Behandlungsqualität geknüpft sind. Gerade auch die Digitalisierung des Gesundheitswesens kann zu einer verbesserten Versorgung von Patientinnen und Patienten sowie zu einer höheren Kosteneffizienz beitragen.
in % |
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2024 |
|
2010 |
|
2000 |
|
1990 |
|
1980 |
|
1970 |
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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
USA |
|
17,2 |
|
16,3 |
|
12,5 |
|
11,2 |
|
8,2 |
|
6,2 |
||||
Frankreich |
|
11,5 |
|
11,2 |
|
9,6 |
|
8,0 |
|
6,8 |
|
5,2 |
||||
Deutschland |
|
12,3 |
|
11,1 |
|
9,9 |
|
8,0 |
|
8,1 |
|
5,7 |
||||
Schweiz |
|
11,8 |
|
9,9 |
|
9,1 |
|
7,6 |
|
6,4 |
|
4,8 |
||||
Spanien |
|
9,2 |
|
9,1 |
|
6,8 |
|
6,0 |
|
5,0 |
|
3,1 |
||||
China |
|
5,2 |
|
4,4 |
|
– |
|
– |
|
– |
|
– |
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Die Märkte für biopharmazeutische Arzneimittel, klinische Ernährung, MedTech, generische I.V.-Arzneimittel und I.V.-Flüssigkeiten3
Der Markt der biopharmazeutischen Arzneimittel in den Therapiegebieten Onkologie, Ophthalmologie und Autoimmunerkrankungen – bestehend aus Originalpräparaten und Biosimilars – wuchs um etwa 12 % auf rund 300 Mrd €. Davon entfielen bei einem Wachstum von 21 % im Vergleich zum Vorjahr rund 25 Mrd € auf den Biosimilars-Markt. Der Gesamtmarkt für Biosimilars einschließlich der derzeit von Fresenius Kabi noch nicht adressierten Therapiefelder betrug im Jahr 2025 ca. 31 Mrd. €. Mit dem Erwerb der Mehrheitsbeteiligung an mAbxience stärkte Fresenius Kabi diesen Wachstumsmarkt, an dem das Unternehmen mit Biosimilars und der Auftragsentwicklung und ‑herstellung von Biopharmazeutika partizipiert, deutlich. Der Markt für Biopharmazeutika ist ein wachstumsstarkes und innovatives Segment, das in Zukunft noch mehr an Bedeutung für die Versorgung von Patientinnen und Patienten gewinnen wird. Wettbewerber im Bereich der Biosimilars im Markt sind u. a. Amgen, Sandoz, Celltrion, Pfizer, Biocon, Biogen, Organon und Teva.
Im Jahr 2025 erreichte der globale Markt für klinische Ernährung ein Volumen von etwa 12 Mrd €, was einem Wachstum von 4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Trotz dieser positiven Entwicklungen besteht erhebliches Potenzial für weiteres Wachstum, da Ernährungstherapien in der Patientenversorgung ungeachtet evidenter medizinischer und wirtschaftlicher Vorteile nach wie vor untergenutzt sind. Studien zeigen, dass diese Therapien helfen können, Krankenhauskosten zu senken, indem sie die Verweildauer von Patientinnen und Patienten verkürzen, insbesondere in Fällen von gesundheits- oder altersbedingten Ernährungsdefiziten.
Fresenius Kabi, ein führender Anbieter für parenterale Ernährung und ein bedeutender Akteur im Markt für enterale Ernährung, konzentriert sich gezielt darauf, dieses Wachstumspotenzial zu erschließen. Das Unternehmen plant, sein Portfolio an klinischen Ernährungsprodukten auch in Ländern einzuführen, in denen sein derzeitiges Portfolio begrenzt ist. Durch die Erweiterung der Produktpalette und die Nutzung zusätzlicher Vertriebskanäle will Fresenius Kabi seine weltweite Marktpräsenz ausbauen.
Zu den Wettbewerbern im Markt für parenterale Ernährung zählen Baxter, B. Braun, Kelun-Gruppe und JW Pharmaceutical, während Abbott, Nestlé und Danone zu den Hauptwettbewerbern im Bereich der enteralen Ernährung gehören.
Das umfangreiche Portfolio von Fresenius Kabi im Bereich MedTech Infusions- und Ernährungssysteme (INS) setzt sich aus mehreren Produktgruppen zusammen, darunter Infusions- und Ernährungspumpen inklusive der dazugehörigen Einwegartikel und erweitert um softwarebasierte Lösungen mit Fokus auf Anwendungssicherheit, Arbeitsabläufe für die Nutzer, erhöhte Therapieeffizienz und Interoperabilität mit Krankenhaussystemen, nicht gerätebezogene Einwegartikel, Überwachungsgeräte für die Anästhesie sowie dezidierte Sensoren. Der Markt für Geräte und dazugehörige Einwegartikel wird auf rund 5 Mrd € mit einem Wachstum von etwa 3 % geschätzt. Des Weiteren gibt es einen beträchtlichen Markt für nicht gerätebezogene Einwegartikel. Das Portfolio von MedTech-Infusionssystem-Produkten wurde um die Ivenix-Linie erweitert, die speziell auf die Anforderungen des US-Marktes ausgerichtet ist. Im MedTech-INS-Segment zählt Fresenius Kabi weltweit zu den führenden Anbietern.
Wettbewerber im Markt für MedTech INS sind u. a. Baxter, B. Braun, Becton Dickinson und ICU Medical.
Im Jahr 2025 betrug der Markt für MedTech Transfusionsmedizin und Zelltherapien (TCT) etwa 4 Mrd €. Fresenius Kabi hält führende Marktpositionen sowohl in der Blut- als auch in der Plasmasammlung, wobei insbesondere für Letztere die steigende Nachfrage nach plasmabasierten Therapien ein attraktives Marktwachstum bewirkt hat. Aufgrund von neu zugelassenen Behandlungen ist das Segment für Zell- und Gentherapien weiterhin das am schnellsten wachsende Segment innerhalb von TCT. Unser Lovo-Gerät hat sich schnell zu einem Industriestandard für die automatisierte Zellwäsche und ‑konzentrierung entwickelt. Cue gewinnt im Markt für den Produktionsprozess für Zell- und Gentherapien schnell an Bedeutung.
Zu den Wettbewerbern im Markt für MedTech TCT gehören u. a. Terumo, Haemonetics und Macopharma.
Im Jahr 2025 betrug das Volumen des globalen Marktes für generische I.V.-Arzneimittel und I.V.-Flüssigkeiten rund 50 Mrd €4. Mit deutlichen regionalen Unterschieden erzielte der Markt ein niedriges einstelliges Wachstum. Durch die Erweiterung des Portfolios, u. a. in den Bereichen komplexe Formulierungen, differenzierte Generika und vorgefüllte Spritzen, konnte Fresenius Kabi zusätzliche Segmente im weltweit adressierbaren Markt erschließen.
Wettbewerber von Fresenius Kabi im Markt für generische I.V.-Arzneimittel sind u. a. Pfizer, Teva, Sandoz, Viatris und Hikma. Zu den Wettbewerbern im Markt für I.V.-Flüssigkeiten zählen Baxter, B. Braun, ICU Medical und Grifols.
Der Krankenhausmarkt5
Das Marktvolumen für Akutkrankenhäuser in Deutschland umfasste 2024 rund 145 Mrd €6. Gemessen an den Bruttogesamtkosten entfielen davon etwa 61 % auf Personal- und 37 % auf Sachkosten, die sich jeweils um rund 8 % bzw. 4 % erhöhten.
Helios Deutschland ist auf Basis von Fallzahlen mit rund 7 %7 das führende Unternehmen im deutschen Markt für Akutkrankenhäuser. Die Kliniken von Helios konkurrieren vorwiegend mit Einzelkrankenhäusern oder lokalen und regionalen Klinikverbünden. Private Wettbewerber sind u. a. Asklepios Kliniken, Sana Kliniken und die Ameos Gruppe.
Für den Anstieg in der Vergütung von Krankenhausleistungen im deutschen Abrechnungssystem nach Fallpauschalen (DRG-System) ist u. a. der sogenannte Veränderungswert maßgeblich. Er wird jährlich neu vereinbart. Für das Jahr 2025 lag der Veränderungswert bei 4,41 % (2024: 5,13 %).
Über die Fallpauschalen wird die Vergütung von stationären Behandlungsfällen ermittelt. Die anteiligen Pflegepersonalkosten am Bett wurden ab dem Jahr 2020 aus den Fallpauschalen ausgegliedert. Sie werden seitdem vollständig und krankenhausindividuell auf Basis der Ist-Kosten über das sogenannte Pflegebudget leistungsunabhängig vergütet, das die Vertragspartner vor Ort im Rahmen der Budgetverhandlungen separat vereinbaren.
Seit 2025 werden neben den Kosten für Pflegefachkräfte und Pflegehilfskräfte auch die Ausgaben für Hebammen ins Pflegebudget einbezogen. Die sogenannten sonstigen Berufe wurden wieder in die DRG-Abrechnung eingegliedert.
Anteil der Krankenhausbetten nach Trägern
Insbesondere durch inflationsbedingte allgemeine Kostensteigerungen hat sich die wirtschaftliche Situation der deutschen Krankenhäuser zugespitzt. Der Anteil der Krankenhäuser mit einem Jahresüberschuss lag 2024 nur noch bei 23 % (2023: 30 %), während 66 % der Krankenhäuser Verluste geschrieben haben (2023: 61 %)8. Darüber hinaus besteht ein signifikanter Investitionsbedarf. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) schätzt, dass sich der jährliche Investitionsbedarf der deutschen Krankenhäuser auf rund 7 Mrd € beläuft.
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2024 |
|
2023 |
|
2020 |
|
2010 |
|
2000 |
|
Veränderung 2024 / 2023 |
||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Krankenhäuser |
|
1.841 |
|
1.874 |
|
1.903 |
|
2.064 |
|
2.242 |
|
-2 % |
||||||
Betten |
|
472.851 |
|
476.924 |
|
487.783 |
|
502.749 |
|
559.651 |
|
-1 % |
||||||
Ø Verweildauer (Tage) |
|
7,1 |
|
7,2 |
|
7,2 |
|
7,9 |
|
9,7 |
|
-1 % |
||||||
Fälle (Mio) |
|
17,55 |
|
17,20 |
|
16,79 |
|
18,03 |
|
17,26 |
|
2 % |
||||||
Ø Kosten je Fall in €1 |
|
7.316 |
|
6.996 |
|
6.232 |
|
3.804 |
|
– |
|
5 % |
||||||
|
||||||||||||||||||
Um die Krankenhäuser in Deutschland finanziell zu unterstützen, hat die Bundesregierung 2025 einen Rechnungszuschlag für Krankenhausbehandlungen beschlossen, der im Zeitraum vom 1. November 2025 bis zum 31. Oktober 2026 gilt. Der Rechnungszuschlag ist ein prozentualer Aufschlag in Höhe von 3,25 % auf den Rechnungsbetrag einer voll- oder teilstationären Krankenhausbehandlung gesetzlich versicherter Patientinnen und Patienten und wird separat abgerechnet.
Der Fachkräftemangel bzw. Stellenbesetzungsprobleme in der Pflege stellten auch 2025 eine Herausforderung für die stationäre Krankenhausversorgung in Deutschland dar.
Zentrales Thema im deutschen Krankenhaussektor im Jahr 2025 war die Umsetzung der Krankenhausstrukturreform. Die Reform basiert auf dem Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG), das im Januar 2025 in Kraft getreten ist. Ziel ist es, durch die Neuordnung der Krankenhausstrukturen und ‑vergütung die Versorgung in Deutschland zukunftsfähig zu machen.
Das zentrale Element ist dabei die Erweiterung der Krankenhausfinanzierung um eine mengenunabhängige Vorhaltefinanzierung, die an bestimmte medizinische Leistungsgruppen gekoppelt ist. Die Leistungsgruppen unterliegen wiederum definierten Strukturqualitätskriterien. So soll u. a. sichergestellt werden, dass komplizierte Behandlungen nur noch in Krankenhäusern durchgeführt werden, die eine entsprechende personelle und technische Ausstattung vorhalten.
Durchschnittlich 60 % der Vergütung werden dann über Vorhaltepauschalen und das Pflegebudget leistungsunabhängig bereitgestellt. Die mengenabhängige Vergütung nach Fallpauschalen wird auf 40 % begrenzt. Die Umstellung auf die Vorhaltefinanzierung soll über mehrere Jahre sukzessive erfolgen.
Im Rahmen des Gesetzes zur Anpassung der Krankenhausreform (KHAG) soll die Einführung der Strukturreform um ein Jahr verschoben werden. Das Gesetz soll im ersten Halbjahr 2026 verabschiedet werden.
Weitere Informationen zur Krankenhausstrukturreform sind dem Kapitel Prognosebericht zu entnehmen.
Um die Ambulantisierung voranzutreiben, können seit 2023 Tagesbehandlungen ohne Übernachtung im Krankenhaus über Fallpauschalen abgerechnet werden. Dadurch sollen Nachtdienste vor allem in der Pflege verringert werden, um zusätzliche Kapazitäten beim Pflegepersonal in der Tagschicht zu schaffen.
Erste Hybrid-DRGs, die Behandlungen im Krankenhaus und bei niedergelassenen Ärzten in gleicher Höhe vergüten, wurden 2024 eingeführt. Diese Leistungen wurden im Jahr 2025 erweitert.
Das Marktvolumen für private Krankenhäuser in Spanien betrug rund 22,5 Mrd €9 im Jahr 2024.
Helios Spanien ist mit einem Umsatzanteil von rund 13 % das führende Unternehmen im privaten Krankenhausmarkt. Wettbewerber sind eine Vielzahl privat geführter Einzelkliniken oder kleinere Ketten, u. a. Vithas, HM Hospitales, Hospiten, Ribera Salud, Hospitales Sanitas und HLA.
In Spanien befinden sich etwa 82 % der Krankenhausbetten im öffentlichen Gesundheitssystem mit rund 296 Betten pro 100.000 Einwohner, was deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 525 Betten pro 100.000 Einwohner liegt10.
Öffentliche Gesundheitseinrichtungen sind in Spanien größtenteils steuerfinanziert und stehen der Bevölkerung grundsätzlich ohne weitere Abgaben oder Zuzahlungsverpflichtungen offen. Die staatliche Krankenversicherung stellt den Zugang zu allen grundlegenden Leistungen für alle Einwohner sicher.
Die spanische Regierung fördert darüber hinaus den privaten Gesundheitssektor u. a. durch Steuererleichterungen für die von Arbeitgebern erworbene private Krankenversicherung. Dies ermöglicht es den Versicherten, sich in einem privaten Krankenhaus oder privatärztlich behandeln zu lassen, bei kürzeren Wartezeiten für Operationen oder Facharztbehandlungen, und gibt ihnen zudem die Möglichkeit, eine medizinische Zweitmeinung einzuholen.
Private Krankenversicherungen ergänzen, ersetzen jedoch nicht die öffentliche Gesundheitsversorgung in Spanien. Etwa 28 % der Einwohner hatten im Jahr 2024 eine private Krankenversicherung. Der durchschnittliche Beitrag für eine private Krankenversicherung in Spanien liegt bei etwa 58 € pro Monat. Die tatsächlichen Kosten variieren je nach Alter, Wohnort, Anbieter und Versicherungsumfang10.
Eine Herausforderung in einigen Regionen des Landes war weiterhin der Fachkräftemangel, insbesondere im Bereich der Pflege. Zudem zeichnet sich angesichts der stetig zunehmenden Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen in einigen Fachbereichen ein gewisser Ärztemangel ab.
Neben den inflationsbedingten Kostensteigerungen, dem Fachkräftemangel und den Veränderungen im regulatorischen Umfeld ist die Digitalisierung für den Krankenhaussektor in Deutschland und Spanien eine weitere Herausforderung. Gleichzeitig bietet sie enorme Chancen, indem z. B. Prozesse stärker standardisiert und automatisiert werden. Neue Technologien bieten die Möglichkeit, Effizienzpotenziale bei mindestens gleichbleibender, häufig sogar höherer Qualität zu erschließen und dabei die Kosten zu senken. Es wird geschätzt, dass allein in Deutschland durch die Digitalisierung rund 12 %11 der gesamten Ausgaben für Gesundheit und Patientenversorgung eingespart werden können.
Diese Informationen sind ergänzende Informationen gemäß ESRS 2 SBM-1.40g des Nachhaltigkeitsberichts.
1 Europäische Zentralbank, 2025
2 Die nachfolgenden Kennzahlen und Erläuterungen basieren auf OECD-Gesundheitsdaten und entsprechenden Veröffentlichungen der OECD; die verfügbaren Daten beziehen sich auf das Jahr 2024 oder die jeweils aktuellen vorliegenden Vorjahreswerte.
3 Marktdaten basieren auf eigenen Erhebungen und beziehen sich auf die für Fresenius Kabi relevanten Märkte. Sie unterliegen jährlichen Schwankungen, u. a. aufgrund von Veränderungen der Währungsrelationen und von Patentabläufen der Originalpräparate im Markt der I.V.-Arzneimittel.
4 Die Marktdefinition beinhaltet wie im Vorjahr u. a. auch Umsatzerlöse von patentfreien Originalpräparaten.
5 Jeweils aktueller Stand der verfügbaren Daten bezieht sich auf das Jahr 2024, da keine neueren Daten veröffentlicht wurden: Statistisches Bundesamt, Daten für 2024
6 Der Markt ist definiert durch Bruttogesamtkosten der Akutkrankenhäuser abzüglich wissenschaftlicher Forschung und Lehre.
7 Gemessen an den Fallzahlen von Helios Deutschland (Akutbereich) im Jahr 2024 im Verhältnis zu den Fallzahlen in Deutschland (Statistisches Bundesamt, Daten für 2024)
8 Deutsches Krankenhaus Institut (DKI) 2025, Krankenhaus Barometer 2025
9 Marktdaten basieren auf eigenen Erhebungen und beziehen sich auf den für Quirónsalud adressierbaren Markt. Die Marktdefinition umfasst stationäre und ambulante Behandlungen. Sie umfasst weder Public-private-Partnership-Modelle noch Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Sie kann von der Definition in anderen Zusammenhängen abweichen (beispielsweise regulatorische Definition).
10 Spain Healthcare Statistics, Trends & Facts (2025)
11 Digitalisierung in deutschen Krankenhäusern, McKinsey & Company, Healthcare September 2018